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Bedarf an Absicherung gegen Sturmflutschäden könnte steigen

29.09.2014 – itzehoer_logoVor gut 52 Jahren gab es die letzte große Sturmflut an der deutschen Nordseeküste, die verheerende Schäden anrichtete – und eigentlich hat sich versicherungstechnisch bisher nichts geändert. Zwar wurden die Deiche erhöht und verbessert, so dass die Schadensituation bei der bisher letzten Sturmflut im Jahr 1976 glimpflicher verlief.

Die Versicherungswirtschaft hat sich bisher aber nicht mit diesem Thema befasst. Privatkunden, die eine Elementarschadenabdeckung in ihrer Wohngebäudeversicherung eingeschlossen hatten, konnten nicht darauf vertrauen, dass diese auch bei Sturmflut-Schäden leisten würde. Dies ist sicher ein wesentlicher Grund dafür, dass in Schleswig-Holstein nur 17 Prozent aller Wohngebäude-Versicherungen Elementarschäden mit einschließen, während bundesweit 35 Prozent der Gebäude dagegen versichert sind.

Zum 50-jährigen Gedenken an die Sturmflut vom 17. Februar 1962 stellte Aon Benfield ein Modell vor, mit dem Sturmflutrisiken berechnet werden und so versicherbar gemacht werden können. Wie die Versicherungswirtschaft damals in ihrer Ausgabe vom 1. März 2012 berichtete, hätten die Versicherungsschäden der damaligen Flut in heutigen Preisen bis zu vier Milliarden Euro betragen.

Angesichts der Klimaszenarien, die davon ausgehen, dass in Zukunft auch Sturmflutereignisse häufiger auftreten werden als bisher haben die Itzehoer Versicherungen als nach eigenen Angaben erste Versicherung jetzt eine Sturmflut-Zusatzversicherung für die Wohngebäudeversicherung auf den Markt gebracht, die in Zusammenarbeit mit Aon Benfield entwickelt wurde. Nach Unternehmensangaben können damit fast alle Itzehoer-Kunden die katastrophalen Folgen einer Sturmflut absichern – lediglich in extremen Fällen, wie dem Haus an der Abbruchkante der Steilküste könnte es schwieriger werden, Versicherungsschutz zu bekommen.
Die Itzehoer Versicherungen hoffen, dass sie damit die Menschen zugleich für die Notwendigkeit einer Elementarschaden-Versicherung sensibilisieren können, betonte Vorstandschef Wolfgang Bitter. Da eine Sturmflut im Norden das am meisten gefürchtete Risiko ist, sei die mangelnde Versicherbarkeit bisher ein wesentlicher Grund dafür gewesen, dass die Kunden sich dann eben gar nicht für eine Zusatzversicherung interessierten – das soll sich nun ändern. (sgk)

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