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BdV wirft Allianz Falschinformationen vor

27.05.2016 – axel_kleinlein_bdvDer Bund der Versicherten (BdV) wirft der Allianz Lebensversicherung vor, gegenüber den Medien falsche Angaben zum Neugeschäft mit Tarifen ohne Garantiezins gemacht zu haben. “Die Allianz verbreitet hier wissentlich falsche Zahlen, da sie einen Großteil der Altersvorsorgetarife auch weiterhin mit einem Garantiezins kalkuliert”, kritisierte BdV-Vorstandsprecher Axel Kleinlein. Die Allianz weist die Vorwürfe zurück.

Demnach habe der Branchenführer laut BdV erklärt, dass derzeit 90 Prozent des Neugeschäfts auf Tarife ohne Garantiezins entfallen würde. Zwar würden nicht die garantierten Gesamtleistungen mittels Garantiezins festgelegt, so der BdV unter Berufung auf eigene Recherchen. “Rückkaufswerte oder Rentenhöhen sind jedoch meist immer noch von einem Garantiezins abhängig”, ergänzte Kleinlein. “Die Regierung sollte diesen Sachverhalt berücksichtigen, wenn es darum geht, die Entscheidung über eine Senkung des Höchstrechnungszinses zu fällen”, forderte der BdV-Vorstandssprecher.

Gleichzeitig wirft Kleinlein der Allianz in einem Blogbeitrag vor, “ein falsches Spiel gegenüber den Medien und gegenüber der Politik. Die nimmt nämlich auch solche Aussagen mit ins Kalkül, wenn es um so etwas geht, wie über die Zukunft des Höchstrechnungszinses zu entscheiden.

Dabei habe der BdV die Allianz nach eigener Aussage mehrfach um Aufklärung gebeten zu haben. Dennoch habe man entweder ausweichende Antworten und letztlich dann gar keine Reaktion mehr erhalten. “Die Allianz sollte ihre Informationspolitik ändern, wenn sie als Partner in der Diskussion ernst genommen werden will”, schreibt Kleinlein. Wer mit falschen Darstellungen zu den eigenen Produkten im politischen Raum argumentiere, verspiele dringend notwendiges Vertrauen.

Die Allianz wies die Vorwürfe des BdV auf Anfrage von VWheute zurück. “Herr Kleinlein spricht in seinem Blog von ‘falschen Informationen’ und “lügen”. Das weisen wir entschieden zurück”, betonte Allianz-Sprecher Franz Billinger. “Die jetzt kritisierte Kommunikation der Allianz basiert auf der zentralen Frage, ob wir bei den neuen Produkten einen garantierten Zins so wie in der klassischen Lebensversicherung bieten oder nicht. Hier antworten wir direkt, offen und ehrlich, und das werden wir auch weiterhin so tun. Wir orientieren uns an den wirklichen Fragestellungen von Kunden und eben auch speziell Journalisten – wenn der BdV dies kritisiert und von uns möchte, dass wir mit Kunden und Öffentlichkeit akademische Debatten führen, dann werden wir mit dieser Kritik leben”, erläuterte Billinger.

Zudem spiele “der Höchstrechnungszins in der Lebensversicherung nach wie vor eine wichtige Rolle: Der Höchstrechnungszins stellt bei klassischen Lebensversicherungen wie auch bei den Altersvorsorgeprodukten mit neuen Garantien sicher, dass die von den Versicherern ausgesprochenen, langfristigen Leistungsversprechen mit ausreichend Kapital hinterlegt werden. Bis heute ist dies ein wichtiges Element für die Sicherheit der Lebensversicherung und Transparenz für den Kunden. Wir geben dazu umfassend und offen Auskunft, ob im persönlichen Gespräch mit dem Kunden oder in der öffentlichen Diskussion”, betonte der Allianz-Sprecher gegenüber VWheute.

Die Allianz habe nach eigener Aussage vielfach über ihre “Vorsorgekonzepte mit neuen Garantien informiert: Sie ermöglichen durch neue Garantien höhere Renditen, und sie setzen auf Renditechance außerhalb des Garantiezinses, durch chancenorientierte Anlagen, Indexpartizipation oder Fondsanlage – genau darum geht es immer mehr unserer Kunden. In der klassischen Lebensversicherung mit ihren konventionellen Garantien ist der Garantiezins ein wesentliches Element; solche konventionellen Garantien schränken Freiheitsgrade in der Kapitalanlage ein und kosten somit Rendite”, betont Billinger. (vwh/td)

Bild: Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des Bundes der Versicherten (Quelle: BdV)

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