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bAV: Wenig Spielraum für zusätzliche politische Förderung

05.12.2014 – Dahmen_Axa_uskDie Mehrheit der Deutschen ist laut Umfrage für Opting-Out bei der bAV. Im Interview mit VWheute erläutert Patrick Dahmen, Vorstand Axa Lebensversicherung die Notwendigkeit betrieblicher Altersvorsorge. Er sieht die klassischen Produkte aber auf dem Rückzug.

VWheute: Die Bundesregierung plant eine Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Künftig soll es eine sogenannte Tarif-Rente für jede Branche geben. Ist das der richtige Weg?

Fakt ist – wir brauchen mehr zusätzliche Altersvorsorge – sowohl privat als auch betrieblich finanziert, um dem Thema Altersarmut entgegenzuwirken. Und über Betriebe sind kostengünstige Kollektivverträge möglich, die sehr gut an Tarifverträge gekoppelt werden können, wie man beispielsweise bei der Metallrente sieht. Möglich ist es aber auch eine solche Rente über Branchenverbände zu organisieren, damit auch die Beschäftigten ohne Tarifvertrag erreicht werden. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist auch das Engagement von Arbeitgebern, die verstärkt eine soziale Verantwortung gegenüber ihren Angestellten wahrnehmen und die bAV durch eigenen Beiträge bezuschussen beziehungsweise in Teilen komplett finanzieren, und dafür sind Branchenlösungen nicht zwingend erforderlich. Aus unserer Sicht haben die Tarifvertragsparteien sehr zurückhaltend auf den Vorschlag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales reagiert. Wichtig ist nun, die Grundidee einer stärkeren Verbreitung der bAV nicht aus den Augen zu verlieren und die Diskussion hier weiter zu führen.

Rechnen Sie mit einer zusätzlichen steuerlichen Förderung?

Nach der höheren Mütterrente und der Rente mit 63 dürfte die Regierung wenig Spielraum für eine Förderung der Altersvorsorge für alle haben. Ein positives Signal wäre es, wenn Betriebsrenten künftig nicht mehr durch den Krankenkassenbeitrag im Rentenbezug zu belasten.

Lohnt sich dadurch die bAV nicht mehr?

Das höre ich immer wieder und verstehe es nicht. Das müssen extreme Ausnahmefälle sein. Aktuell hat Michael Hauer vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung konservativ die Beitragsrendite für den normalen Betriebsangehörigen ermittelt. Sie liegt zwischen vier und fünf Prozent, wohlgemerkt nach Steuern und Krankenkassenbeiträgen, und das ein Leben lang. Tendenziell werden die Überschüsse und die Renditen in den nächsten Jahren kapitalmarktbedingt auch bei der bAV sinken. Unser neues Produkt, bei dem die Kunden eine endfällige Beitragsgarantie erhalten und pro Monat mit bis zu vier Prozent vom Euro-Stoxx-Index profitieren können, wird zunehmend in der bAV eingesetzt. Künftig werden nur noch solche Produkte eine gute Rendite erzielen können. Das wird auf Kosten der klassischen Vorsorgeprodukte gehen, die heute noch bis zu 80 Prozent Marktanteil in der bAV haben.

Die Fragen stellte VWheute-Korrespondent Uwe Schmidt-Kasparek.

Bild: Patrick Dahmen, Vorstand Axa Lebensversicherung. (Quelle: usk)

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