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Avad mildert Auskünfte ab

16.06.2015 – Auskunft_S. Hofschlaeger_pixelioBei Einträgen in die Vermittler-Schufa Avad sind die Versicherer sorgfältiger geworden. Schwarze Schafe auszusortieren ist schwieriger geworden. Verdachtsfälle reichen für eine Meldung nicht mehr aus. Davon profitieren Vermittler, die ihren Ruf durch einen Avad-Eintrag geschädigt sehen.

Allgemeine Bonitätsauskünfte über Personen finden sich im Internet zuhauf – versicherungsspezifische Aussagen über den finanziellen Hintergrund von Vermittlern sowie ihre Geschäftsgebaren aber nicht. Vor diesem Hintergrund wurde vor 67 Jahren die “Auskunftstelle über Versicherungs-/Bausparkassenaußendienst und Versicherungsmakler in Deutschland e. V.”, kurz Avad, gegründet. Sie ist eine der Schufa vergleichbare Institution und liefert an Versicherer und Vertriebe Informationen über Vermittler. Aus dieser Auskunft gehen offene Lastsalden, Betrug oder andere Vergehen hervor. Solange die Branche mit Provisionen arbeitet, ist die Avad weiterhin notwendig, ist der Geschäftsführer der Stelle, Stefan Schwarz, überzeugt.

Problematisch an der Vermittler-Schufa ist, dass AVAD-Eintragung als Druckmittel gegen unliebsame Vermittler eingesetzt werden können. Von Fehlern erfahren die Betroffenen erst, wenn der Eintrag bereits vorgenommen wurde. Von den 2.187 Selbstauskünften, die die Avad 2014 Vermittlern erteilte, legten 387 Einsprüche ein. Die Beschwerdequote liegt im Promillebereich: 191.264 Anfragen erhielt das von zwölf Branchenverbänden getragene Hamburger Büro im vergangenen Jahr.

Die Avad-Meldungen gehen insgesamt zurück. Bei Einträgen in die Vermittler-Schufa sind die Versicherer sorgfältiger geworden, erklärt Schwarz. Denn für eine Meldung sollte schon ein Mindestbestand an Beweisen vorliegen. Die Gesellschaften halten sich grundsätzlich daran. “Uns werden mehr konkrete Sachverhalte als bloße Verdächtigungen gemeldet. Vielleicht geht dies manchmal zu Lasten der Geschwindigkeit, aber später und richtig ist besser als schnell und falsch”, sagt der Avad-Geschäftsführer gegenüber Value. In vielen Fällen lasse sich die Sache zugunsten des Betroffenen klären oder die Auskunft durch eine Gegendarstellung entschärfen. Ist ein Eintrag unvermeidlich, nehme Avad die Position der Vermittler ein: “Es wird nicht ganz selten zugunsten der Betroffenen die Auskunft etwas zurückhaltender erstellt, als es sein müsste”, teilt Schwarz mit. (vwh/dg)

Bildquelle: S. Hofschlaeger / pixelio.de

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Ausführlicher Report: Später und richtig ist besser als früh und falsch. Bei Einträgen in die Vermittler-Schufa Avad sind die Versicherer sorgfältiger geworden.

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