Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Auch Barmenia hungrig auf den Pokémon-Kuchen

08.08.2016 – Auf der Jagd nach den Pokémon-Monstern erleiden abgelenkte Spieler immer häufiger Unfälle und Verletzungen. Nach Knip bietet auch die Barmenia eine Versicherung für die Zocker des Augmented-Reality-Spiels an. Für das mit dem Insurtech Kasko entwickelte Produkt verlangt die Barmenia eine Bruttoprämie in Höhe von 35 Euro im Jahr. Die Versicherungssumme ist bei beiden Anbietern auffällig niedrig.

Rund zehn Millionen Menschen spielen weltweit “Pokémon Go” und in der Tat berichten Medien täglich über Unfälle bei der Jagd nach kleinen Monstern. Die Versicherer wittern ein großes Geschäft.

Für so genannte Smombies, auf Smartphone starrende Zombies, die von der Umwelt nichts mehr mitbekommen, hat bereits der Berliner Makler Knip eine “Pokemon-Versicherung” lanciert, wie VWheute berichtete. Laut Angaben des Fintechs gibt es die Police gratis für alle Neukunden von Knip im Aktionszeitraum vom 29. Juli 2016 bis zum 15. August 2016. Oder eben für 35 Euro Jahresbeitrag käuflich über die App zu erwerben. Bei Vollinvalidität des Versicherten zahlt Knip 30.000 Euro aus, eine vergleichsweise niedrige Versicherungssumme. Von einer vollwertigen Unfallversicherung kann folglich keine Rede sein, eher ein Marketing-Zug, um junge Leute für Versicherungen zu sensibilisieren.

Auch die Barmenia springt auf den Hype auf. “Unfallversicherung Trainer-Schutz”, so der offizielle Name des Produktes, sichert typische Smartphone-Spieler-Verletzungen an Beinen, Händen, Fingern, Augen, Ohren, dem Geschmacks- und Geruchssinn ab, die zu einer Invalidität führen. Allerdings ist auch die Summe der Barmenia, nämlich 30.000 Euro, nicht annähernd ausreichend, um die Kosten einer Invalidität aufzufangen. Auf Anfrage von VWheute äußert sich Barmenia wie folgt: “Wir wollten ein Produkt herausbringen, dass auf die aktuellen Bedürfnisse dieser Kunden abgestimmt ist. Dabei sehen wir die ‘Unfallversicherung Trainer-Schutz’ klar als Einstiegsprodukt.”

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hält solche Policen für nicht notwendig. “Wenn Sie zu den rund 85 Prozent der Haushalte in Deutschland gehören, die privathaftpflichtversichert sind,  müssen Sie sich keine Sorgen machen. Die Privathaftpflicht leistet nur dann nicht, wenn der Schaden vorsätzlich herbeigeführt wird“, erklärt Mathias Zunk, Ansprechpartner für Verbraucher beim GDV. (Link)

Gleichzeitig begrüßt der Verband solche Marktinnovationen: “Dass die Versicherer mit derartigen Kurzfrist-Policen auf solche speziellen Bedürfnisse der Kunden eingehen und reagieren, ist aus unserer Sicht definitiv zu begrüßen. Das Beispiel zeigt, dass unsere Mitgliedsunternehmen kreativ sind und sich mit ihren Produkten am Puls der Zeit befinden. Für die Versicherungswirtschaft ist das Konzept “Kurzzeitzeitversicherungen” aber im Grunde gar nicht so neu. Policen, die nur für eine begrenzte Zeit und nur für einen bestimmten Zweck abgeschlossen werden, gibt es schon, wie z.B. ein befristeter Unfallversicherungsschutz nur für den Skiurlaub”, erklärt der GDV auf Anfrage von dpa. (dg)

Autor:
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Abo | Shop | Magazin | Verlag | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten