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Altersvorsorge ist ohne Eigenverantwortung nicht möglich

11.06.2015 – michael_fauser_continentaleEin auskömmliches Alterseinkommen ist ohne Eigenverantwortung nicht mehr zu erreichen. Daher sei es notwendig, “die staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukte auszuschöpfen”, sagt Michael Fauser, Leben-Vorstand im Continentale Versicherungsverbund gegenüber VWheute. Die betriebliche Altersvorsorge sei hier der beste Weg für die meisten Menschen.

VWheute: Was müssen Vermittler in Sachen bAV aktuell wissen?

Michael Fauser: Zunächst einmal ist es politisch gewollt, dass mehr Menschen eine bAV haben. Hier kommt dem Vermittler eine wichtige Aufgabe zu. Denn die bAV ist und bleibt ein elementarer Baustein für die Grundversorgung im Alter. Zumal die Rentenlücke durch die Niedrigzinsphase nicht geringer wird. Im Gegenteil: Der Sparer muss sogar mehr aufwenden, um seine Lücke zu schließen. Hier ist die bAV äußerst attraktiv, denn der Versicherte kann mit wenig persönlichem finanziellem Aufwand viel für seine Altersrente tun.

Letztendlich geht es bei der Altersvorsorge in erster Linie darum, das Risiko der Langlebigkeit abzusichern und nicht ausschließlich um die Rendite. Dieses Risiko wird durch den Ausgleich über das Kollektiv und die Zeit abgesichert, denn die Beiträge werden vor dem Hintergrund jahrzehntelanger Vertragsbeziehungen angelegt. Das heißt, die derzeitige Zinssituation ist schlicht kein Argument, grundsätzlich daran zu zweifeln, dass die bAV ein äußerst sinnvoller und effektiver Weg der Altersvorsorge ist.

VWheute:Welches sind die Ansatzpunkte für Vermittler?

Michael Fauser: Die bAV bietet für Vermittler großes Potenzial, da lediglich ein Drittel aller Arbeitnehmer einen entsprechenden Vertrag besitzt. Zudem haben vor allem kleinere Unternehmen noch gar kein Angebot für ihre Mitarbeiter. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels lohnt sich dies aber, denn durch ein gutes bAV-Angebot wird auch die Attraktivität des Unternehmens erhöht. Hier haben Vermittler viele Ansatzpunkte um in die Beratung einzusteigen.

Zum Beispiel wenn sie mit ihrem Fachwissen Unternehmer auf die vielen Vorteile in der bAV – etwa durch die Einführung eines Versorgungswerks – hinweisen können, kann dies ein Türöffner sein. Dabei unterstützen wir unsere Vertriebspartner gerne im Hintergrund oder auch direkt vor Ort. Mit unserem breiten Weiterbildungsangebot, zu dem auch unsere jährlich stattfindenden Continentale bAV-Konferenzen gehören, können sich freie Vermittler außerdem regelmäßig auf den neuesten Stand bringen lassen und bekommen wertvolle Praxistipps.

VWheute: Wie bewerten Sie die aktuelle Stimmung auf Seiten des Vertriebs angesichts anstehender Gesetzesneuerungen? Droht der Wachstumsmotor bAV bald zu stocken?

Michael Fauser: Ich bin davon überzeugt, dass die bAV ein wichtiger Wachstumsmotor bleiben wird. Wir begrüßen es, dass der Gesetzgeber die bAV stärken und ihren Verbreitungsgrad erhöhen will. Dabei sollten wir uns weiterhin innerhalb der bewährten Systeme bewegen und anstreben, diese zu vereinfachen. Würde jetzt zusätzlich ein konkurrierendes System geschaffen werden, würde dies für noch mehr Komplexität sorgen und die bAV letztendlich schwächen.

VWheute: Wo wird die Reise für die bAV ihrer Meinung nach hingehen?

Michael Fauser: Ohne Eigenverantwortung ist ein auskömmliches Alterseinkommen nicht mehr zu erreichen, daher ist es in jedem Fall sinnvoll, die staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukte auszuschöpfen. Die bAV ist dabei für die meisten Menschen ein geeigneter Weg. Ich erwarte also, in diesem Bereich weiterhin deutliches Wachstum, zumal das Potenzial bei Weitem noch nicht ausgeschöpft ist (siehe DOSSIER).

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Rafael Kurz.

Bild: Michael Fauser (Quelle: Continentale)

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