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Allianz rät von klassischer Police ab

03.09.2015 – Die klassische Lebensversicherung hat endgültig ausgedient. Nun hat sich die Allianz Lebensversicherung dem Trendwandel in der Altersvorsoge angeschlossen. Das Produkt wird künftig vom Marktführer nicht mehr aktiv verkauft. “Die klassische Lebensversicherung ist bei der Beratung unserer Kunden nicht mehr die erste Wahl”, sagte Volker Priebe, Chefproduktentwickler der Allianz Lebensversicherung.

Es gebe heute in keiner Situation mehr einen Grund, die klassische Altersvorsorge anzubieten. Ganz abgeschafft ist der Klassiker bei der Allianz aber noch nicht. “Wir sind aber weiterhin offen, wenn sich ein Kunde gegen unseren Rat anders entscheiden möchte“, so Priebe auf dem 9. Strategiemeeting Lebensversicherungswirtschaft in Köln. Nur noch fünf Prozent der rund 100 Teilnehmer glauben, dass Klassik-Policen künftig noch eine Rolle in der Altersvorsorge spielen werden.

Gleichzeitig befindet sich die Branche in einem Vertriebsdilemma. Kunden und Berater sind nämlich von den neuen Produkten zur Altersvorsorge überfordert. Das dürfte sich in den nächsten Jahren negativ auf das Neugeschäft der privaten Assekuranzen auswirken. Diese Meinung vertraten rund 73 Prozent der rund 100 Versicherungsexperten. “Statt immer neue Produkte zu konzipieren, müssen wir uns viel mehr um die Aufklärung kümmern”, appellierte Reinhard Kunz, Vorstand der Alte Leipziger an die Branche.

Mit aufwändigen Erläuterungen zur Konzeption der Produkte, wären die meisten überfordert. Daher sollten die Versicherer viel stärker aufzeigen, wie sich die Produkte, die heute unter dem Stichwort “moderne Klassik” verkauft werden, entwickeln und was diese Produkte können. Vertriebsansätze müssten deutlich reformiert werden.

“Berater sollten heute mit ihren Kunden über ihre Chancen- und Risikovorstellungen sprechen”, forderte Joachim Geiberger vom Analysehaus Morgen & Morgen. Doch ein solcher Paradigmawechsel fällt der Branche wohl schwer. So wären selbst einfachste Botschaften, wie die Möglichkeit mit einer lebenslangen Rente Grundbedürfnissen zu sichern, noch immer nicht bei den Kunden und Berater angekommen. “In den Medien geht es immer noch um das schnelle Geld. Wir müssen mehr Kreativität entwickeln, um beispielsweise die Entspar-Phase der privaten Rentenversicherung in die Köpfe der Kunden zu bringen”, forderte Vorstand Kunz. (usk)

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