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Konzerne kämpfen mit ihren Strukturen

13.05.2016 – Bilanz, Zahlen Boerse M. Gapfel_pixelio.deDie Zurich hat im ersten Quartal einen schlechten Start ins laufende Geschäftsjahr erwischt. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, sank der Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 28 Prozent auf 875 Mio. US-Dollar (2014: 1,219 Mrd.). Die Gründe liegen in den Kosten für den Umbau der Schadensparte sowie in schlechteren Ergebnissen auf den Kapitalmärkten. Vorstandschef Mario Greco verspricht mehr Verlässlichkeit.

“Vorrangig ist die Reputation, die Glaubwürdigkeit des Unternehmens, die durch den Vorfall im Jahr 2015 angegriffen ist”, sagte Greco laut Nachrichtenagentur Reuters: “Am wichtigsten ist es, die wiederherzustellen.” Die Zurich hatte im vergangenen Jahr mit mehreren Gewinnwarnungen für Unmut bei Anlegern gesorgt. Die Gründe liegen vor allem in hohen Schadenzahlungen, Altlasten im Kerngeschäft Schadenversicherung und Restrukturierungskosten, die den Gewinn deutlich nach unten gedrückt hatten.

So verzeichnete die Schadensparte auch im ersten Quartal 2016 einen deutlichen Gewinnrückgang von 23 Prozent auf 542 Mio. Dollar. Die Schaden-Kosten-Quote lag mit 97,7 Prozent für die ersten drei Monate um einen Prozentpunkt höher als im Vorjahreszeitraum. Die Bruttoprämien sanken in Lokalwährung um fünf Prozent bzw. zehn Prozent in US-Dollar. Als Grund dafür nannte die Zurich die im letzten Jahr angekündigten Umstrukturierungsmaßnahmen, wie beispielsweise die Neuzeichnung von unrentablen Versicherungsportfolios und die Reduktion von Risiken.

Im Lebensversicherungsgeschäft (Global Life) blieb der Gewinn in den ersten drei Monaten im Vergleich zur Vorjahresperiode nahezu unverändert bei 317 Mio. Dollar. Die Prämieneinnahmen der Gruppe sanken in den ersten drei Monaten dieses Jahres um sieben Prozent auf 13,4 Mrd. Dollar. In der Schaden-Sparte gingen sie um zehn Prozent zurück.

Der Generali machen hingegen vor allem die niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten zu schaffen. Wie der Versicherer am Donnerstag mitteilte, sank der Gewinn im ersten Jahresquartal um 13,8 Prozent auf 588 Mio. Euro. Der Umsatz sank um 12,3 Prozent auf über 1,1 Mrd. Euro. Die Prämienneinnahmen sanken um 1,1 Prozent auf 20 Mrd. Euro. “Trotz der erheblichen Verluste an den Aktienmärkten und Zinsen auf Rekordtief im ersten Quartal konnte die Generali ein RoE von über 13 Prozent verbuchen, was unserem strategischen Plan entspricht”, kommentierte Alberto Minali, General Manager der Generali und Group CFO, die Quartalsergebnisse.

Die Swiss Life verzeichnete hingegen zum Jahresauftakt einen deutlichen Rückgang bei den Prämienneinnahmen von zehn Prozent auf 6,7 Mrd. Franken (Vorjahr: 7,4 Mrd. Euro). Auf dem Schweizer Heimatmarkt gingen die Einnahmen laut Versicherer um neun Prozent auf 4,9 Mrd. Franken (Vorjahr: 5,4 Mrd.) zurück. In Frankreich blieben sie mit 1,1 Mrd. Franken fast stabil, während die Prämieneinnahmen in Deutschland um zwei Prozent auf 347 Mio. Franken (Vorjahr: 355 Mio.) zurückgingen.

Der Finanzdienstleister MLP hat hingegen im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres von der Domcura-Übernahme profitiert. Nach Unternehmensangaben stieg der operative EBIT um 26 Prozent auf 8,8 Mio. Euro (Vorjahr: 7,0 Mio.). Der Gesamterlös stieg auf 152,4 Mio. Euro (Vorjahr: 130,0 Mio.). Den größten Teil steuerten dabei die Provisionserlöse mit 143,6 Mio. Euro (Vorjahr: 120,3 Mio.) bei. Die Zinserlöse lagen bei 5,2 Mio. Euro (Vorjahr: 5,6 Mio.).

Rund ein Fünftel davon entfiel auf die Tochterfirma Domcura. Vor allem in der Sachversicherung stiegen die Erlöse nach Unternehmensangaben von 20,1 Mio. auf 50,7 Mio. Euro. Davon entfallen allein 30,5 Mio. Euro auf Domcura. Die Erlöse aus der Krankenversicherung lagen stabil bei 11,8 Mio. Euro. Zudem ist das geplante Sparprogramm des Finanzdienstleisters wie geplant angelaufen. Das Ziel: die Kosten in den folgenden Jahren erneut deutlich zu reduzieren. (vwh/td)

Bildquelle: M. Gapfel / pixelio.de

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