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Zurich sucht billige Braut

22.09.2015 – Zurich Konzernzentrale - zurichWegen roter Zahlen im Schadenversicherungsgeschäft bläst Zurich Insurance den milliardenschweren Kauf seines britischen Konkurrenten RSA ab, dessen Aktien nach dem Rückzug der Offerte um ein Fünftel einbrechen. Akquisitionspläne bleiben weiterhin auf dem Tisch, teilte eine Konzernsprecherin mit. Zurich-Papiere halten sich stabil, Aktionäre hoffen auf eine Sonderdividende.

Die Schweizer beabsichtigen nicht, “ein Kaufangebot für das gesamte ausgegebene und noch auszugebende Stammkapital von RSA zu unterbreiten”, heißt es in einer Konzernmitteilung am Montag. Die Gespräche mit RSA seien beendet worden.

Ende August hatte Zurich, die bereits rund 15 Prozent der RSA-Aktien hält, einen unverbindlichen Vorschlag in Höhe von 5,5 Mrd. Pfund für die Übernahme von RSA vorgelegt. Die Briten indes forderten 600 Pence je Aktie statt den angebotenen 550.

Zurich begründete den Abbruch der Akquisitionspläne am Montag mit Problemen im eigenen Schadenversicherungsgeschäft. Die mit einem Prämienanteil von nahezu 70 Prozent größte Geschäftssparte steuert im dritten Quartal auf einen operativen Verlust von 200 Mio. US-Dollar zu. Neben hohen Schadenzahlungen für die Tianjin-Explosion Mitte August bereitet den Schweizern das Autohaftpflicht- und Großkundengeschäft in den USA Probleme.

Der neue Chef der Schadenversicherung, Kristof Terryn, plant nun eine gründliche Überprüfung der Sparte. Er löst Anfang Oktober Michael Kerner ab, der den Geschäftsbereich seit 2012 geleitet hatte.

Die Lebensversicherungssparte und der Geschäftsbereich Farmers in den USA entwickeln sich wie erwartet, ein Verkauf des gesamten Schadenversicherungsgeschäfts stehe nicht zur Debatte.

Nichtsdestotrotz bleiben die Schweizer weiterhin auf Brautschau. “Wir schauen Akquisitionen weiter an”, erklärte eine Konzernsprecherin. Das Übernahmeziel müsse strategisch zu Zurich passen und die Renditevorgaben des Unternehmens erfüllen. (vwh/dg)

Bild: Zurich-Konzerngebäude (Quelle: Zurich)

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