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Zurich droht am Panama-Kanal ein Riesenschaden

10.02.2014 – Zurich-logoDer geplante Ausbau des Panama-Kanals droht nicht nur für das spanisch geprägte Konsortium involvierter Baufirmen, sondern auch für die Zurich North America zu einem finanziellen Fiasko zu werden, dessen Konsequenzen noch über Jahre vor diversen (Schieds)gerichten verhandelt werden. Die Zurich versucht derzeit in ihrer Eigenschaft als Aussteller einer 600 Mio. US-Dollar Performance Bonds das Verhältnis zwischen ACP (Autoridad del Canal  de Panamá, Bauherr) und Konsortium wieder einzurenken, nicht zuletzt im eigenen Interesse.

Im Disput zwischen ACP und dem Konsortium geht es um die bei Großprojekten anscheinend unvermeidlichen Kosteneskalationen. Die Spanier begehren eine Erhöhung des Projektpreises, was sie u.a. mit einer geänderten geforderten Zementqualität rechtfertigen. ACP argumentiert die Eskalation sei allein das Problem der Bauunternehmer. Bislang sind 2 Mrd. US-Dollar geflossen, nach Auffassung des Konsortiums stehen 1,2 Mrd. an ACP Zahlungen für bereits geleistete Arbeiten aus. Das Konsortium ist für neue Schleusen verantwortlich. Hierauf entfällt der Löwenanteil der 5,25 Mrd. US Dollar an Ausbaukosten.

Sollte Zurich tatsächlich unter dem Bond leisten müssen so dürfte unter der Police ein Regressanspruch gegen die noch ungeratete Sacyr resultieren. Ob dieser angesichts des angeschlagenen Zustands der spanischen Wirtschaft (und gerade der Baubranche) so bald zu realisieren wäre erscheint fraglich. Sollte Zurich zunächst an Panama leisten, diese primäre Leistungspflicht jedoch aufgrund eines späteren Richterspruchs rückwirkend entfallen, so säße die Zurich auf einem den Staat Panama (S&P Rating BBB) betreffenden Länderrisiko. Der Fall Argentinien zeigt wie schwer es ist Forderungen gegen gewisse lateinamerikanische Staaten einzutreiben.

Ein weiterer Risikodämpfer der Zurich dürften abgegebene Rückversicherungen sein. Angesichts der Schadenhöhe würde es jedoch nicht überraschen, wenn der eine oder andere Rückversicherer genauer hinschaute ob die Platzierung durch die Zurich unter voller Offenlegung der Fakten erfolgte. Ansonsten liesse sich wohl der Einwand der „material non-disclosure“ formulieren, mit dem sich dann ebenfalls wohl ordentliche oder Schiedsgerichte beschäftigen müssten.

Die spanische Wirtschaft ist zunehmend mit der lateinamerikanischen verflochten. So ist der spanische Versicherer Mapfre allenthalben in Lateinamerika vertreten. Andererseits machte das spansiche Mineralölunternehmen Repsol in Argentinien schlechte Erfahrungen: Die argentinsiche Regierung enteignete Repsol’s 30-prozentige Beteiligung an YPF Yacimientos Petrolíferos Fiscales und bietet nun notgedrungen Ersatz in Form langlaufender Staatsanleihen.

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