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Donnerstag
08.12.2016
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“Wir brauchen nicht die volle Komplexität abzubilden”

08.11.2016 – Uwe_Ludka_ItzehoerDas Thema “Digitale Welt” beherrscht die Schlagzeilen. Auch die Versicherungswirtschaft stellt sich auf den technologischen Wandel mehr oder weniger ein. VWheute sprach darüber mit dem Vorstandsvorsitzenden der Itzehoer Versicherungen, Uwe Ludka. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Schleswig-Holstein zählt zu den beliebtesten Kfz-Versicherern. Eine Maklerbefragung und positive Umsatzentwicklung bestätigen dies.

VWheute: Wie stellt sich ein mittelständischer Versicherer auf die digitale Welt ein?

Uwe Ludka: Zunächst einmal geht es in erster Linie um die Beantwortung der Frage, wie der Kunde in einer sich verändernden Welt mit uns kommunizieren will und nicht so sehr um interne Prozesse. Der Kunde erwartet heute andere Zugänge zu uns und eine schnelle, möglichst umgehende Klärung seiner Probleme. Diese Herausforderung müssen wir lösen.

VWheute: Die Umstellung der klassischen Versicherungswelt auf digital erfordert hohe Investitionen. Wie lösen Sie das?

Uwe Ludka: Natürlich erfordert die Umstellung auf die digitalen Erfordernisse Investitionen, die wir zielgerichtet einsetzen. Dabei kommt uns zugute, dass wir von vornherein eine gewisse Segmentierung und Spezialisierung vorangetrieben haben. Dies verschafft uns als Mittelständler gegenüber den Großen der Branche den Vorteil, dass wir nicht die volle Komplexität abzubilden brauchen.

Sicher bringt Digitalisierung automatisierte Abläufe mit sich, die Personalressourcen sparen. Dennoch werden natürlich weiterhin für komplexe Vorgänge Spezialisten benötigt. Und umgekehrt schafft die Digitalisierung natürlich auch neue Arbeitsplätze für jene, die sie organisieren und zum Beispiel programmieren. Wenn sie dann wachsen, so wie wir als Itzehoer, und Marktanteile ausbauen, brauchen sie aus Kostengründen unterm Strich kein Personal abzubauen.

VWheute: Wie gestaltet die Itzehoer den Change-Prozess, um die Mitarbeiter in die digitale Welt mitzunehmen?

Uwe Ludka: Die Mitarbeiter sind mit digitalen Prozessen in unserem Unternehmen schon lange vertraut. Wir haben bereits vor 20 Jahren das papierlose Büro eingeführt. Ansonsten ist unser Direktversicherer AdmiralDirekt.de eine Art Pilot. Der Kunde agiert hier papierlos über ein Portal und kann einfache Geschäftsprozesse selbst erledigen. Wir stellen unsere Mitarbeiter gezielt auf die digitale Welt ein und bilden sie entsprechend aus. Damit geben wir ihnen beste Zukunftschancen.

VWheute: Wird die Digitalisierung Einfluss auf die Vertriebsvergütungen haben?

Uwe Ludka: Der Vertrieb wird auch weiterhin stark umsatzorientiert vergütet werden. Die Tätigkeit des Vermittlers wird sich allerdings in der digitalen Welt verändern müssen. Die Beratungsleistungen werden noch stärker in den Vordergrund rücken, wobei neue, andere Zugangswege zum Einsatz kommen.

VWheute: Stellen Sie Apps zur Verfügung und für welche Zwecke?

Uwe Ludka: Wir haben den Anspruch, ein innovatives Unternehmen zu sein. Das zeigt sich an unserer Sturmflutversicherung und unseren Telematiktarifen in Kfz. Unseren Telematik-Kunden bieten wir zu Informationszwecken eine App mit Zusatzservices an. Mehr haben wir aber noch nicht im Angebot. Eine App kann nur erfolgeich sein, wenn der Kunde darin einen Mehrwert entdeckt und sie deshalb häufig nutzt. In dem, was sie bietet, muss die jeweilige App aus Nutzersicht die beste, die mächtigste sein. Noch sind Apps im Versicherungsbereich für mich daher eher technische Spielereien.

Die Fragen stellte VWheute-Korrespondent Wolfgang Otte.

Bild: Uwe Ludka (Quelle: Itzehoer)

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