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Wenn es brennt, dann richtig

30.03.2016 – Feuer_Brand_saichta_pixelioVerheerende Großbrände wie beim Geflügelschlachter Wiesenhof sind beispielhaft für das chronisch verlustreiche Feuergeschäft. Die Schadenhöhe übersteigt die Beiträge, ein Übermaß an Anbietern drückt die Preise. Vor dem Hintergrund digital vernetzter Lieferketten bereitet den Industrieversicherern indes nicht der Totalschaden einer abgebrannten Fabrik die meisten Sorgen, sondern die Deckung einer langen Betriebsunterbrechung.

“Feuer-Industrie wird wieder blutrot aus dem Jahr gehen”, sagte Michael Pickel, Vorstand der E+S Rück, auf dem Reinsurance Treffen in Baden-Baden. Die Hannover-Rück-Tochter stellt einen klaren Trend fest: Seit 2010 hat sich die Anzahl der und der Schadenaufwand durch Feuer-Großschäden deutlich erhöht. Verantwortlich für die schlechte Bilanz 2015 war abermals Wiesenhof. Ein Brand des zum Konzern gehörenden Donataul Geflügelspezialisten versurachte einen Schaden von 100 Mio. Euro.

Die Versicherungsmakler Marsh und Aon widersprechen: Die Stückzahl sei gesunken, aber die Schadenhöhe im Durchschnitt sei tatsächlich gestiegen. Auch bei der R+V bestimmen wenige Feuergroßschaden-Ereignisse das Gesamtergebnis: “Obwohl weniger als ein Prozent aller Feuerschäden in die Millionen gehen, verursachen sie rund 70 Prozent unseres gesamten Schadenaufwandes in der Feuerversicherung – nimmt man die Top 10 Feuerschäden eines Jahres zusammen, sind es immer noch etwa 50 Prozent”, sagt Wolfgang Eckart, Abteilungsleiter Firmenkunden Gewerbe/Industrie bei R+V.

Die Industrie-Feuerversicherer bewegen sich in einem zyklischen Marktumfeld, welches traditionell von starken Preisschwankungen geprägt ist. “Die Sparte hat kein Schadenfrequenz-Problem und auch kein besonders auffälliges Schadenproblem, sondern ein strukturelles Prämienproblem durch die sehr lang anhaltende Weichmarkt-Phase”, erklärt Eckart. US-Konzerne und japanische Versicherer sind mittlerweile in Deutschland aktiv. Der Zuwachs an Anbietern trifft auf gleichbleibende Anzahl an Risiken.

Hinzu kommen die Effekte der Globalisierung. Zerstörerische Auswirkungen können sich multiplizieren und weltweit – wie es kürzlich im Hafen von Tianjin in China der Fall war – Rückwirkungsschäden durch Lieferunterbrechungen verursachen. Die Gothaer schätzt den Anteil für Betriebsunterbrechungen auf ein Drittel der Gesamtaufwendungen. Die Branche reagiert derweil mit üblichen Reflexen: Haftung reduzieren, Selbstbehalte erhöhen und Prämien anheben. (dg)

bestellen_vwhAusführlicher Report: “Wenn es brennt, dann richtig”, in VW 02/16 (Einzelbeitrag)

 

bestellen_vwhAusführlicher Expertenbeitrag von Wolfgang Eckart “Feuersparte hat strukturelles Prämienproblem”, in VW 03/16. (Einzelbeitrag)

 

Bildquelle: saichta /pixelio.de

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