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VW-Skandal: Rechtsschutzversicherer auf Mehrarbeit eingestellt

01.10.2015 – VW_Bernd Kasper_pixelioDer VW-Abgasskandal könnte bald auch Rechtsschutzversicherer beschäftigen. Mögliche Szenarien gehen von Ersatzleistungen für einen Fehlkauf bis hin zu Schadenersatzklagen wegen möglicher Kursverluste. Voraussetzung: es gibt eine Verkehrsrechtsschutzdeckung. Wer klagt, hat es mit einer Rechtsschutzversicherung einfacher.

Das bestätigen die Arag-Rechtsschutzversicherung aus Düsseldorf und die Roland-Rechtsschutz aus Köln. Demgegenüber hält sich ein weiterer Großer der Branche bedeckt. “Leider können wir Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt, bei dem der sehr komplexe Sachverhalt im Zusammenhang mit VW noch im Fluss ist, keine konkrete Auskunft zum Thema geben”, schreibt die Allianz Rechtsschutzversicherung.

Erst bei einem konkreten Beispiel könne die Deckungsfrage beatwortet werden. Das sieht die Konkurrenz ganz anders. “Im gewerblichen und privaten Rechtsschutzbereich sind alle Kunden geschützt, die gegenüber dem Autohersteller Schadenersatzansprüche gelten machen”, erläutert Roland-Sprecher Jan Vaterrodt. Voraussetzung: es gibt eine Verkehrsrechtsschutzdeckung. Sie umfasst den Kauf von Kraftfahrzeugen. Vorstellbare Szenarien gibt es viele. So müssen die Autokäufer laut Roland dem VW-Konzern zwar die Chance einer Nachbesserung einräumen. Doch sie kann die Leistung des Fahrzeuges schmälern oder Kunden zusätzlich belasten, falls zum Beispiel zur Entgiftung regelmäßig Harnstoff nachgefüllt werden muss.

Vorstellbar ist Schadenersatz zudem wegen eines generellen Fehlkaufs. “Einen solcher könnte vorliegen, wenn Autokäufer einem teureren Modell des VW-Konzerns aus Umweltgründen den Vorzug gegeben haben”, erläutert Experte Vaterrodt. Wer also nachweislich allein aufgrund der Abgaswerte ein vergleichbares günstigeres Fahrzeug nicht gekauft hat, könnte die Differenz als Schadenersatz einklagen. Das gilt auch, wenn der Wiederverkaufswert des Fahrzeuges durch den Skandal nachweislich sinkt.

Auch ein Verschulden an erheblichen Kursverlusten könnten Aktionäre dem VW-Konzern vorwerfen und dafür Schadenersatz verlangen. “Hier gibt es aber nur im privaten Bereich Schutz”, erläutert Christian Danner, Sprecher der Arag-Rechtsschutzversicherung aus Düsseldorf. Zudem haben viele Versicherer in den letzten Jahren den Schutz rund um Kapitalanlagen deutlich eingeschränkt oder gar ausgeschlossen. Meist gibt es aber Schutz aus den Top-Tarifen der Rechtsschutzversicherer. (usk)

Bildquelle: Bernd Kasper / pixelio.de

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