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Vienna will Osteuropa-Geschäft neu sortieren

18.05.2016 – Nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr will die neue Konzernchefin, Elisabeth Stadler, das Osteuropa-Geschäft neu ordnen. “Wir werden uns unsere 25 Länder genau auf weitere Wachstumspotenziale ansehen”, sagte die Mathematikerin in einem Interview mit dem Handelsblatt. “Danach werden wir entscheiden, wo wir eventuell zukaufen oder ob wir dort überall bleiben werden.”

Nach den Problemen im vergangenen Jahr verspricht Elisabeth Stadler den Aktionären der Vienna Insurance Group, in diesem Jahr wieder einen Gewinn von mehr als 400 Mio. Euro zu erzielen. 30 Prozent der Aktien sind im Streubesitz, der Rest gehört dem Gegenseitigkeitsversicherer Wiener Städtische, aus dem die Versicherungsgruppe entstanden ist. Die Aktionäre mussten herbe Kursverluste mitansehen. Im vergangenen Jahr halbierte sich der Wert der VIG-Aktie. Derzeit liegt er bei gut 18 Euro. 2008 war das Dividendenpapier drei Mal so viel wert gewesen.

Die aggressive Expansion der Österreicher in Osteuropa ist im vergangenen Jahr zum Stehen gekommen. Die Prämien gingen um 1,4 Prozent zurück, der Gewinn brach um 67 Prozent ein, statt 518 standen nur noch 172 Mio. Euro (vor Steuer) unterm Strich der Gewinn-und-Verlustrechnung. Schuld daran waren sinkende Margen im Osteuropageschäft und geringere Erträge aus Kapitalanlagen, aber den Löwenanteil machte eine Abschreibung von knapp 200 Mio. Euro auf die IT aus. “Es hat sich gezeigt, dass angesichts der Schnelllebigkeit und Unterschiedlichkeit der Märkte die Idee einer einheitlichen EDV-Landschaft über alle Unternehmensbereiche, Länder und Sprachen hinweg kein gangbarer Weg ist”, sagt Roland Gröll, der seit Januar neuer IT-Vorstand der Wiener ist.

Konzernchefin Stadler will das Osteuropa-Geschäft stabilisieren, das 55 Prozent des Geschäfts der Österreicher ausmacht. “Ich will nicht komplett ausschließen, dass wir uns aus dem einen oder anderen Markt zurückziehen”, sagt Stadler gegenüber dem Handelsblatt. Gleichzeitig ist sie darum bemüht, Wachstumsziele nicht aus den Augen zu verlieren. “Wenn sich Gelegenheiten für Zukäufe bieten, schließen wir den Markteintritt in weitere Länder Europas nicht aus”, sagt sie. Man sei gut kapitalisiert, größere Akquisitionen könne man über die Börse stemmen, ist sie überzeugt. Wenn denn der Aktienkurs entsprechende Phantasien auch zulässt. Am 24. Mai wird sie darüber berichten, wie ihr erstes Geschäftsjahr angelaufen ist. (ba)

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