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VHV-Vorstandschef glaubt nicht an weiteres “Ausnahmejahr”

07.05.2015 – rEUTERDie VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung a.G. glaubt nicht daran, das Rekordergebnis vom “Ausnahmejahr” 2014 im laufenden Geschäftsjahr wiederholen zu können. Wie Vorstandschef Uwe H. Reuter bei der Vorlage der Bilanz erklärte, werden die regulatorischen Anforderungen an die Versicherungswirtschaft nochmals erheblich steigen. Dies erfordere überdurchschnittliche Aufwendungen. Allerdings konnte die Gruppe ihr Eigenkapital zuletzt deutlich stärken und verfüge daher über ein solides Polster.

Eine weitere Herausforderung stellt für Reuter die Digitalisierung der Versicherungswirtschaft dar. Sie will er mit einem dreistelligen Millionenbetrag konsequent angehen Das Investitionsprogramm betrifft in erster Linie die gesamte IT-Infrastruktur, aber auch Produktentwicklung, Service und Vertriebswege.

Entlastend dürfte wirken, dass die Zuführung zur Zinszusatzreserve, die in den beiden vergangenen Jahren über das notwendige Maß hinaus ausfiel, auf ein „klar marktunterdurchschnittliches Niveau“ gesenkt werden kann, wie der für die Hannoversche Leben zuständige Vorstand, Frank Hilbert, ankündigte. Für 2014 waren der Zinszusatzreserve rund 100 Mio. Euro zugeflossen. Hilbert begründete die Absenkung mit dem hohen Anteil der Risikolebensversicherungen am Bestand von gut zwei Dritteln und dem geringen Anteil an langlaufenden Rentenversicherungen (sechs Prozent). Bei ersteren sei die Zinszusatzreserve vernachlässigbar, während sie bei letzteren stark ins Gewicht falle.

2015 hat laut Reuter für die Gruppe gut und aussichtsreich begonnen. Alle Zahlen lägen im Plan. Der Kompositbereich war von einem erfreulichen Vertrags- und überproportionalem Beitragsanstieg geprägt. Dies gilt für alle Geschäftsfelder. Zugelegt hat die mit einem Marktanteil von 4,5 Prozent zu den größten Kfz-Versicherern in Deutschland gehörende VHV insbesondere im Kfz-Bereich. Dort konnten im Jahreswechselgeschäft per Saldo 40.000 Kunden gewonnen werden. Die Wechselbereitschaft der Kunden hat nach Beobachtungen der VHV stark nachgelassen. Auch die Schadenseite sieht bislang gut aus.

Der Sturm “Niklas” hat die VHV wegen des relativ geringen Anteils der Wohngebäudeversicherung nur unterproportional getroffen. Positiv ist den Angaben zufolge auch die Tendenz in der Lebensversicherung. Reuter setzt daher darauf, im Gesamtjahr 2015 für die Gruppe ein solides und gutes Ergebnis erzielen zu können.

Für 2014 weist die VHV dank der milden Witterung und dem Fehlen von nennenswerten Elementarschäden ein mit 103,8 Mio. Euro (Vorjahr: 52,6 Mio.) fast verdoppeltes Konzernergebnis aus. Die Zahl der Versicherungsverträge erhöhte sich um 1,9 Prozent auf 9,12 Mi., die verdienten Bruttobeiträge um 2,4 Prozent auf 2,69 Mrd. Euro.

Das Kapitalanlageergebnis sank trotz Niedrigzinsen nur um 0,6 Prozent auf 598,9 Mio. Euro. Die haftenden Eigenmittel (inklusive Schwankungsrückstellungen) wurden um 7,6 Prozent auf 1,77 Mrd. Euro verstärkt. Während die Beitragseinnahmen im Kompositbereich um 4,4 Prozent auf 1,66 Mrd. Euro zulegten, bröckelten sie bei der Hannoverschen Leben um 1,2 Prozent auf 942,9,6 Mio. Euro ab. (cs)

Bild: Uwe H. Reuter, Vorstandsvorsitzender der VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung a.G (Quelle: VHV)

Link: Die Kennzahlen im Überblick (PDF)

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