Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

VGH glaubt nicht an weitere Preissteigerungen in Kfz

21.12.2015 – herrmann-kasten-150Die Versicherungsgruppe Hannover (VGH) zieht Bilanz: Vorstandschef Hermann Kasten ist zufrieden mit der Beitragsentwicklung, gleichzeitig missgestimmt aufgrund steigender Kosten für Regulatorik, Niedrigzinsen und einen nahezu auf Rekordhöhe liegenden Schadenaufwand. Stolz sei man jedoch auf die Flüchtlingssammelhaftpflicht, die bislang elf Kommunen eingeführt haben sowie auf 496 versicherte Sammelunterkünfte für Asylsuchende.

Die Versicherung von Flüchtlingsunterkünften, die vielfach in lange leerstehenden Gebäuden geschaffen wurden, hat sich als ein hoch defizitäres Geschäft erwiesen. Prämieneinnahmen von einer Mio. Euro stehen bereits Schäden in Höhe von 1,8 Mio. Euro gegenüber.

Für das Jahr 2015 zeichnete Vorstandschef Hermann Kasten ein differenziertes Bild. Nach derzeitigen Hochrechnungen dürfte der Bruttojahresüberschus der Gruppe (Brandkasse, Provinzial Leben/Pensionskasse und Kranken) bei 24.5 (30) Mio. Euro liegen.

Die Beitragseinnahmen der Gruppe erhöhen sich 2015 um 1,3 Prozent auf 1,95 Mrd. Euro. Das Wachstum wird von der Sachversicherung Brandkasse (+3,0 Prozent) und der – allerdings kleinen – Krankenkasse (+3,3 Prozent) getragen, denn die Lebenssparte weist ein Minus von 1,2 Prozent auf. Der Schadenaufwand dürfte bei 850 bis 860 Mio. Euro liegen und damit nahezu auf der Rekordhöhe des Vorjahres (868 Mio. Euro). Es gab zwar keine großen Stürme, aber viele lokal begrenzte kleine und mittlere Stürme. Sorgen bereiten die zunehmenden Feuerschäden.

Kasten betonte, dass die Versicherungstechnik bessere Zahlen abliefern muss, um die Zinseinbußen bei den Kapitalerträgen auszugleichen. Diese liegen zwar sowohl im Komposit- als auch im Lebensbereich höher als im Vorjahr, was aber eine Folge der Hebung stiller Reserven ist. Dies wurde notwendig, um Zinszusatzreserve und Pensionsrückstelungen bedienen zu können. Eine Entlastung bei den Pensionsverpflichtungen erwartet Kasten in den kommenden Jahren, da bei den Altverträgen die jährliche Steigerungsrate bis zu 50 Prozent gekürzt worden ist und bei Neuverträgen die Mitarbeiter das Zinsrisiko in Zukunft selbst tragen müssen.

In der Lebensversicherung, die Kasten noch lange nicht für tot hält, entfällt im Neugeschäft gut die Hälfte auf kapitalmarktnahe Produkte, die andere Hälfte aber immer noch auf Garantieprodukte. Die Überschussbeteiligung 2016 hält die Provinzial bei drei Prozent. Die Beitragsrendite (Gesamtverzinsung minus Kosten) beträgt 3,5 Prozent.

Erneut erhöht hat der Marktführer bei Autoversicherungen in Niedersachsen (19 bis 20 Prozent) die Kfz-Tarife, und zwar um gut 4 Prozent brutto. Kasten sieht allerdings das Ende der Fahnenstange erreicht, da einige Konkurrenten schon wieder in Richtung Preisenkung marschierten.

Noch nicht geklärt ist das Debakel mit den Investments bei der österreichischen Pleitebank Hypo Alpe Adria in Höhe von 200 Mio. Euro. Kasten sieht jedoch Chancen, dass die VGH im Rahmen eines Konsortiums die notwendigen Stimmen zur Ablehnung des bisherigen Rückzahlungsangebots von 15 bis 20 Prozent für die nachrangigen Papiere zusammenbekommt. “Wir wollen 100 Prozent,” erklärt der Vorstandschef. (cs)

Bild: Hermann Kasten, Vorsitzender des Vorstands der VGH Versicherungen (Landschaftliche Brandkasse Hannover, Provinzial Lebensversicherung Hannover) (Quelle: VGH)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten