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Versicherer als Infrastrukturinvestoren prädestiniert

13.03.2014 – barclays-konferenz-150Bei Investitionen in Infrastrukturprojekte können Versicherer nach Einschätzung von Philipp Waldstein Wartenberg ihr spezielles Know-how ausspielen. Durch die Beschäftigung als Versicherungsrisiko habe die Assekuranz bei Projekten im Bereich Transport, Versorgung, Kommunikation oder soziale Infrastruktur strukturelle Vorteile gegenüber anderen Investoren, so der Geschäftsführer der Meag Munich Ergo Asset Management GmbH am Mittwoch auf dem Kölschen Versicherungstag der Barclays Bank.

Als Folge der strikteren Bankenregulierung ziehe sich die Kreditwirtschaft aus diesem Bereich zurück, sodass sich viele Opportunitäten böten. Er warnte aber auch vor den Risiken dieser Assetklasse: „Die ernsthafte Marktteilnahme erfordert hohen Ressourceneinsatz.“ Infrastrukturinvestitionen seien eine illiquide Assetklasse – insbesondere in Stress- und Krisenzeiten. Die Risiken müssten breit sowohl hinsichtlich des Sektors, wie auch der Technik und der Länder gestreut werden. Die Versicherer müssten einen kompletten Investmentprozess aufbauen, bei dem sie ihre Experten aus allen Bereichen zusammenzögen. Zu den Risiken gehörten unter anderem Verstöße gegen den Bestandsschutz durch nachträgliche Änderungen von Einspeisevergütungen oder der Besteuerung. Ein weiteres Risiko sei der hohe Wettbewerb in diesem Markt. „Es sind bereits Überhitzungstendenzen festzustellen“, sagte er.

Für die Zinsentwicklung ist die Assekuranz weiter pessimistisch, wie eine kurze Meinungsumfrage von Barclays unter den rund 100 Konferenzteilnehmern ergab. Die Mehrheit der Anwesenden (überwiegend Kapitalanleger und -experten von Versicherern, Pensionskassen und Versorgungswerken) rechnet mit einer Fortsetzung der Niedrigzinsphase in den nächsten zwei bis fünf Jahre. Ein knappes Drittel geht darüber hinaus sogar von mehr als fünf Jahren aus.

Nach Einschätzung von Thomas Harjes dürfte das Zinsniveau auf Sicht niedrig bleiben. „Bis 2016 rechnen wir nicht mit einem Zinsschritt der Europäischen Zentralbank“, sagte der Chefökonom der Barclays Deutschland. „Die Gefahren der Deflation sind signifikant gewachsen, aber zurzeit sind Deflationsszenarien noch ein Schreckgespenst und bei uns kein based forecast.“

37 Prozent der Konferenzteilnehmer erwarten laut dieser während der Veranstaltung erhobenen Umfrage 2014 den größten Zuwachs in der Anlageklasse „Infrastruktur und Alternatives“, gefolgt von 25 Prozent in Aktien und 22 Prozent in Immobilien. (lie)

Bild: Reges Interesse am Vortrag von Philipp Waldstein Wartenberg, Geschäftsführer der Meag Munich Ergo Asset Management GmbH, herrschte auf dem Kölschen Versicherungstag. (Quelle: lie)

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