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Vernetzte Produktion bereitet Versicherern Kopfzerbrechen

15.06.2015 – Industrie_Claudia Mirus_pixelioDie Wirtschaft erobert neue digitale Ufer. Für Versicherer ist das mehr Fluch als Segen. Denn Wünsche nach neuen Versicherungslösungen lassen sich nicht unbeschränkt erfüllen. Mit der Industrie 4.0 scheint die Versicherbarkeit neuer Risiken an ihre wirtschaftliche Grenzen zu stoßen. Unklar ist die rechtliche Würdigung von relevanten Handlungen durch Maschinen.

Einerseits ermöglicht der technologische Fortschritt Finanzdienstleistern leistungsfähigere Strukturen auszubilden. Hiervon können beispielsweise Schadenabwicklungsprozesse profitieren. Zudem könnten neue Datenquellen bei der Risikobewertung von Nutzen sein. Andererseits schaffen veränderte Realitäten neue Risiken. Mit der steigenden Vernetzung dürfte die Angriffsfläche für Cyberattacken größer werden.

Hier bieten Industrieversicherungskonzepte, die ausschließlich materielle Schäden im Blick haben, nur teilweise die von der Wirtschaft benötigten Erleichterungen. Lösungen versprechen immerhin so genannte Cyberpolicen, die anfallende Kosten nach Cyberattacken decken.

Die größte Problematik erscheint darin, das der Versicherbarkeit neuer Risiken wirtschaftliche Grenzen gesetzt sind. Sie werden überschritten, wenn der potenzielle Gesamtbedarf an finanziellen Mitteln für einen Schaden durch Maschinen sowie die menschenunabhängige Kommunikation nicht annähernd abschätzbar ist. Vor diesem Hintergrund lassen sich Wünsche nach neuen Versicherungslösungen nicht unbeschränkt erfüllen.

Fragwürdig ist, ob bestehende Haftungsmaßstäbe auch zukünftig sinnvoll sind. Eine klare Zuordnung einzelner Tatbestandsmerkmale wird durch den stetig zunehmenden Grad der Vernetzung erschwert. Nur wenn auftretende Fehler mittels nachträglicher Analysen zurückverfolgt werden können, sind Haftungsansprüche realisierbar. (vwh/dg)

Bildquelle: Claudia Mirus / pixelio.de

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Expert. Auf dem Sprung in die Zukunft. Herausforderungen der Industrie 4.0 und neue Konzepte des Risikomanagaments von den Rechtswissenschaftlern Janine und Domenik Henning Wendt.

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