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Verkauf oder Liquidation? – RSA auf dem Rückzug von non-core Operationen

16.07.2014 – rsa_logo_150Die britische Kompositgruppe RSA Group Plc (einst: Royal Sun Alliance) will, wie der Insurance Insider berichtet, ihre deutsche Operation einstellen oder veräußern. Es heißt, die Niederlassung habe keine kritische Masse im Markt erreicht und außerdem mehrere Jahre lang Verluste eingefahren. Ein die deutsche Niederlassung betreffendes Offering Memorandum soll bereits unter potenziellen Käufern zirkulieren.

Anfang Juli hatte RSA für 71 Mio. Britische Pfund ihr chinesisches Geschäft an Swiss Re Corporate Solutions veräußert. Aus diesem Anlass hatte es geheißen, man erwarte im Lauf des Jahres 2014 weitere „non-core disposals“, d.h. Veräußerungen von nicht strategischen Unternehmensteilen. RSAs Londoner Pressesprecher Jon Sellors verlautbarte am Telefon, im Februar habe RSA eine neue Strategie mit Fokus weniger core markets vorgestellt. Seither werde spekuliert, welche Operationen zum Verkauf anstünden. Diverse Verkaufsverhandlungen würden in der Tat geführt, RSA beziehe jedoch grundsätzlich nicht vor Abschluss solcher Verhandlung zu Gerüchten Stellung.

Fragen kann man sich jedoch, ob ein wohl größtenteils via Makler gezeichnetes und nicht sonderlich ertragreiches Portefeuille überhaupt attraktiv ist. Gelingt RSA die Veräußerung nicht, so stünde wohl eine längere Run-off-Phase an, während der ein Rumpfgeschäftsbetrieb aufrechterhalten werden müsste. Anschließend wäre ein Übertrag der Rest-Reserven an einen Dritten oder aber die Einsetzung eines externen Schadenabwicklers denkbar.

RSA war 2013 auf eine Bruttoprämie von 9,3 Mrd. Pfund gekommen und hatte einen Verlust von 0,3 Mrd. Pfund erwirtschaftet. Probleme bereiten wohl auch die sich durch Solvency II erhöhenden Eigenkapitalanforderungen.

Seit Anfang Februar 2014 amtet der den Tories nahestehende Stephen Hester als neuer CEO und wohl auch Sanierer. Der einstige Crédit-Suisse-Banker Hester war vorher fünf Jahre lang CEO der notleidenden RBS gewesen. Zu Hesters Hobbies gehören Jagd und Reiterei. Er besitzt ein ca. 200 Hektar großes Landgut in Oxfordshire. Zur Pflege eines Tierbestands gehört eben auch das regelmäßige Erlegen lahmender Böcke.

Manfred Alsdorf, Country Manager und vorher Director Underwriting, steht seit 2010 in den Diensten von RSA. Der berufliche Werdegang des Betriebswirts führte vorher von der Allianz zur Gothaer und zu Marsh. (cpt)

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