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Unternehmen wappnen sich gegen Forderungsausfälle

21.10.2016 – Geld by_Q.pictures_pixelio.deViele amerikanische und asiatische Unternehmen sehen in den kommenden Monaten ihre Liquidität und Profitabilität durch Zahlungsverzüge und -ausfälle stärker bedroht. Demzufolge soll das Forderungsmanagement weiter intensiviert werden, konstatiert der Kreditversicherer Atradius in den aktuellen Zahlungsmoralbarometern “The Americas” und “Asia Pacific”.

54 Prozent der befragten Unternehmen in den USA, Kanada und Brasilien wollen demnach in den nächsten zwölf Monaten verstärkt Kreditmanagement-Maßnahmen zu nutzen, um die eigenen Forderungen gegenüber Firmenkunden zu schützen. Rund 40 Prozent wollen dabei die Kreditwürdigkeit und die Zahlungshistorie ihrer Abnehmer häufiger prüfen, so Atradius weiter. Zudem gaben mehr as 41 Prozent der Lieferanten an, von ihren kommerziellen Kunden künftig öfter Zahlungskonditionen zu verlangen, die einen größeren Schutz vor Zahlungsausfällen gewähren.

“Der Insolvenzausblick hat sich für die meisten Industrieländer, einschließlich USA und Kanada, verschlechtert. Unabhängig von den jeweiligen Ursachen sind die Unternehmen durch die Herausforderungen eines schwierigen Insolvenzumfelds gezwungen, auf fundierte Strategien im Forderungsmanagement zurückzugreifen, die ihnen ein weiterhin sicheres Wachstum erlauben”, kommentiert Andreas Tesch, Chief Market Officer von Atradius.

Demnach rechnet Atradius angesichts der niedrigen Rohstoffpreise für 2016 mit einem Insolvenzanstieg von drei Prozent in den USA und vier in Kanada. Auch bei Firmen in Mexiko und Brasilien nehme die Insolvenzgefahr zu. Die Ursachen sieht der Kreditversicherer vor allem im geringen Ölpreis, dem verlangsamten Wirtschaftswachstums in den USA, sowie dem langsameren Produktivitätszuwachs in Mexiko und der Rezession in Brasilien.

Gleichzeitig wollen 46 Prozent der befragten Lieferanten in Australien, China, Hongkong, Indien, Indonesien, Japan, Singapur und Taiwan im kommenden Jahr verstärkt entsprechende Kreditmanagement-Maßnahmen einsetzen, um die Liquidität trotz Zahlungsverzügen von Firmenkunden sicherzustellen. 45 Prozent der befragten Unternehmen planen zudem, die Kreditwürdigkeit und Zahlungshistorie ihrer Kunden deutlich öfter zu kontrollieren.

So meldeten in den vergangenenn zwölf Monaten rund 90 Prozent der befragten Lieferanten in Asien-Pazifik Zahlungsverzüge bei Verkäufen auf Ziel. Zudem waren 44 Prozent der Gesamtforderungen am Fälligkeitstag noch offen.

“Das globale Wachstum, das laut Prognosen in diesem Jahr um 2,4 Prozent betragen soll, wird weiterhin durch niedrige Rohstoffpreise, eine unzureichende Konsumentennachfrage in den entwickelten Märkten, die chinesische Neuausrichtung der Wirtschaft, die Unsicherheit in der globalen Währungspolitik und geopolitische Risiken belastet”, betont Tesch.

“Zusammengenommen nimmt die Besorgnis über die wachsenden Schulden und die sich verschlechternde Kreditwürdigkeit zu. Beide Faktoren führen voraussichtlich zu mehr Unternehmenskonkursen in vielen Schwellenmärkten, insbesondere solchen, die vom Handel mit China und/oder dem Warenhandel abhängen”, ergänzt der Experte. (vwh/td)

Bildquelle: Q.pictures / pixelio.de

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