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D&O: Unternehmen scheuen lange Verfahren

29.07.2015 – D&O_GDVViele Unternehmen geben sich auch bei millionenschweren Führungsfehlern nur mit einer vermeintlich kleinen Entschädigungssumme zufrieden, weil sie lange Verfahren scheuen. “Der Aufsichtsrat, der den Vorstand verklagen muss, startet meist als Tiger und endet als Bettvorleger”, sagt Burkhard Fassbach, Rechtsanwalt beim Düsseldorfer D&O-Spezialisten Hendricks & Co. in der Online-Ausgabe der Zeitung Die Welt.

So würden nahezu “alle Schadenfälle in wachsweichen Vergleichen enden, wo sowohl der Manager als auch die D&O-Versicherung nur einen Teil des Schadens übernehmen”, beklagt der Spezialist. Vielmehr habe es auch mit Angst zu tun, dass die Aufsichtsräte geschädigter Unternehmen mit solchen Vergleichen zufrieden geben, anstatt die Ansprüche der Aktionäre energischer einzuklagen.

“Bei der Managerhaftung hat sich die Formel durchgesetzt: Die Vergleichssumme darf nicht nur symbolisch, sie muss schmerzhaft, aber darf nicht Existenz gefährdend sein”, meint Christoph Seibt, Partner bei bei Freshfields Bruckhaus Deringer. Aus diesem Grunde übersteige die Summe nur bei sehr vermögenden Manager die Millionengrenze deutlich.

Hinzu komme, dass die Unternehmen noch weitere Risiken als den bloßen Ansehensverlust fürchten. “Oft will der Aufsichtsrat lieber einen Vergleich schließen, weil er eine gerichtliche Auseinandersetzung scheut, bei der Informationen an die Öffentlichkeit und damit an die Behörden kommen können, die dem Unternehmen selbst schaden oder die Schadenshöhe treiben”, ergänzt Seibt.

Zudem zahlten viele Versicherer grundsätzlich nur einen Bruchteil und nur selten die komplette Summe – wenn ein Vergleich nicht an der Sturheit der Assekuranz scheitere. (vwh/td)

Link: Wer trägt die Kosten, wenn Manager Fehler machen?

Bildquelle: GDV

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