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Trotz Gewinnexplosion: Bayerische hadert mit der Zinszusatzreserve

08.07.2015 – Schneidemann_rem_BayerischeDie gesetzlich vorgeschriebene Zinszusatzreserve sei „eigentlich eine sehr sinnvolle Medizin“, sagte Herbert Schneidemann, Vorstandschef der Bayerischen. Wie jede Medizin drohe sie jedoch schädlich zu werden, wenn davon „zu viel zu schnell eingenommen wird.“ Er plädierte daher für die Ausdehnung der Zeitspanne, in der diese Zinszusatzreserve aufgebaut werden muss, und verwies darauf, dass der Gesetzgeber dies bei den Pensionsrückstellungen just vorgenommen habe.

In der eigenen Gruppe hat die Bayerische die Zinszusatzreserve im Geschäftsjahr 2014 jedoch um 84,3 Prozent auf 120 Mio. Euro aufgestockt. Damit hätten bereits erhebliche Teile des Aufwandes für das Geschäftsjahr 2015 verarbeitet werden können, wurde beim Bilanzgespräch gestern mitgeteilt. Deshalb bestehe für die Gruppe mit einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit an der Spitze beispielsweise auch keinerlei Notwendigkeit, die Kapitalanlageergebnisse gezielt in die Höhe zu treiben, um diesen gesetzlichen Anforderungen gerecht werden zu können, betonte Schneidemann.

Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen blieb bei der Bayerischen 2014 mit 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (5,9 %) laut Thomas Heigl, dem für die Kapitalanlage zuständigen Vorstandsmitglied, nahezu unverändert. Zugleich wurde darauf verwiesen, dass im Berichtsjahr das Eigenkapital um 12 Prozent auf 189 Mio. Euro aufgestockt wurde und die Gruppe damit nun eine Eigenkapitalquote von 12,2 Prozent aufweist.

Auch insgesamt zeigten Schneidemann und seine Vorstandskollegen sich mit den Ergebnissen des Berichtsjahres ebenfalls sehr zufrieden, nachdem der Rohgewinn der Gruppe um 91,8 Prozent auf 49,3 Mio. Euro zugelegt hat und die Bruttobeitragseinnahmen um 5,7 Prozent auf 462 Mio. Euro zunahmen.

Der Kompositversicherer Bayerische Beamten Versicherung AG trug dazu 104,2 Millionen Euro bei. Dies entspricht einem Plus von 1,8 Prozent, was nach Einschätzung des für diese Tochter zuständigen Vorstandsmitglieds Martin Gräfer deshalb „für uns unendlich viel ist“, weil in der Berichtsperiode im Zuge der noch immer andauernden Portfoliooptimierung und strategischen Fokussierung ganze Geschäftsfelder wie die Rechtsschutzversicherung abgegeben wurden. Gleichzeitig habe jedoch die Produktoffensive eine sehr positive Wirkung entfaltet.

Bei der Neuen Bayerischen Beamten Lebensversicherung AG, die in der Gruppe das operative Geschäft in diesem Geschäftsfeld betreibt, legten die Bruttobeitragseinnahmen nach einem sprunghaften Anstieg des Neugeschäfts insbesondere bei Berufsunfähigkeitsversicherungen sowie bei den Einmalbeiträgen um – nach Beitragssumme – 50 Prozent auf fast 490 Millionen von 129,6 Millionen auf 144,4 Millionen Euro zu. (rem)

Bild: Herbert Schneidemann, Vorstandschef der Bayerischen (Quelle: Bayerische)

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