Versicherungswirtschaft-heute
Samstag
10.12.2016
          Mobilversion

 


- Anzeige -

Telematikversicherung – Revolution oder Rohrkrepierer?

02.03.2015 – vhv_horgby_150Die VHV wird interessierten Kunden für Telematiktarife eine technische Kostenpauschale von neun Euro berechnen. Das sagte Dr. Per-Johan Horgby, VHV-Vorstand Privatkunden auf der soeben zu Ende gegangenen 12. BF21.-Jahrestagung “Mobilität und Kfz-Versicherung im Fokus”.

Im Gegensatz zu anderen Branchen spielt die Digitalisierung in der Versicherungsbranche noch keine entscheidende Rolle. Horgby zeichnet die industrielle Revolution von der Entwicklung der Dampfmaschine, der Elektrifizierung über die Automatisierung bis hin zur Digitalisierung nach. Vernetzung prägt inzwischen auch das private Umfeld wie nie zuvor. Im Gegensatz dazu befindet sich die Versicherungswirtschaft bis heute in der industriellen Phase. Der Fokus liegt auf der Optimierung von Prozessen und Kosten. Per-Johan Horgby rät zu „Umparken im Kopf“ und analysiert, ob Telematik ein Ansatz auf dem Weg von der industriellen zur intelligenten Versicherung sein kann. Ausgehend von der Frage „Gibt es einen Markt für eine vernetzte Kfz-Versicherung?“ hat die VHV einen Pilotversuch mit einem Telematik-Tarif gemacht. Das Konzept bedient drei Nutzenkategorien: Service, Sicherheit und Sparen.

Die Telematik-Technik bietet Sicherheit, indem bei schweren Unfällen ein automatischer Notruf mit Ortung abgesetzt wird. Bei manueller Bedienung des Knopfes, wird der Schaden oder die Panne dem Assisteur gemeldet, der dann schnell Hilfe leisten kann.  Der Service-Aspekt gibt dem Autofahrer Informationen über seine Fahrweise, über den Verkehr zu verschiedenen Tageszeiten sowie zu Geschwindigkeitsübertretungen. Der Kunde kann sofort darauf reagieren. Die Informationen sind in einem Dashboard über alle Kommunikationskanäle abrufbar, also Tablet, Smartphone oder auch PC.  Sparen kann der Kunde, weil er seine Versicherungsprämie durch sein tatsächliches Fahrverhalten in Echtzeit mitbestimmen kann.

Welcher Nutzen ist für die Kunden entscheidend? Das hat die VHV ihre Testkunden, die an dem Pilotversuch Telematik teilgenommen haben, gefragt. Der mit Abstand wichtigste Grund ist die Beitragsersparnis, gefolgt von den Serviceaspekten, erst dann kommt der Sicherheitsnutzen über Notruf und Ortung. Insgesamt würden sich 81 Prozent erneut für Telematik entscheiden.

Horgby macht deutlich, dass der Versicherungsprozess mit Telematik wesentlich komplexer wird. Neben Maklern, Kunden und der VHV gilt es weitere Beteiligte und Kommunikationskanäle einzubinden, wie den Telematik Operateur, den Assisteur  etc.. Die Telematik-Box sowie das laufende Messen ist nicht zum Nulltarif zu haben, so Horgby.  Die VHV wird daher eine monatliche Gebühr von ca. 9 Euro von den Telematik-Kunden erheben. (vwh)

Bildquelle: VHV Versicherung.

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Verlag Versicherungswirtschaft | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten