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Swiss Re sieht keinen Revolutionsbedarf

09.12.2015 – michel_lies_swissreDie Swiss Re bekräftigte gestern auf dem Investorentag ihre neuen Finanzziele. Nach dem Beinahezusammenbruch vor sieben Jahren demonstriert der Rückversicherer seine Stärke. Im vergangenen Jahr hat die Swiss Re die Munich Re als größten Rückversicherer der Welt verdrängt. Was die Profitabilität anbetrifft, sind die Schweizer dem Rivalen um Längen voraus.

Swiss Re soll zu einem flexiblen Kapitalallokator im Bereich von Versicherungs- und assoziierten Anlagerisiken werden, kündigte die Swiss-Re-Führung gestern in Rüschlikon an. Jetzt wollen die Schweizer verstärkt in der Lebenserstversicherung aktiv werden. Das Geschäftsfeld Admin Re wird deshalb in Life Capital umbenannt. Neben der Abwicklung von Altbeständen werden die Schweizer Partnerschaften mit aktiven Lebensversicherern anbahnen und neue Produkte entwickeln. Derzeit betreut die Geschäftseinheit 4,5 Millionen Lebensversicherungspolicen.

“Was wir heute ankündigen, ist keine Revolution“, sagte Michel Liès gestern auf dem Investorentag in Rüschlikon. Das klingt zunächst einmal erfreulich, denn Revolutionen bekommen Versicherern in aller Regel nicht besonders gut. Doch ein klein wenig mehr Ehrgeiz hätte man sich von dem CEO der Swiss Re schon erwartet. Sieben Prozent über dem zehnjährigen US-Treasury Bond soll die Eigenkapitalrendite der Swiss Re in den nächsten Jahren liegen. Liès hatte die neue Zielmarke bereits im Februar ausgegeben. Das neue Ziel übertrifft das alte um 55 Prozentpunkte. Statt 8,65 Prozent RoE will Liès ab dem nächsten Jahr 9,20 Prozent RoE schaffen.

Die alten Ziele hat die Swiss Re seit 2011 in jedem Jahr übertroffen und wird auch Ende 2015 um Längen drüber liegen. Auch das neu ausgegebene Ziel hätte sie in all diesen Jahren übertroffen. Von da her ist es kaum verwunderlich, dass die Börse auf die Ankündigungen kaum reagierte. Am späten Nachmittag war die Swiss-Re-Aktie sogar weniger wert als vor der Veranstaltung. Dabei ist der Rückversicherer sehr profitabel. Das zeigt ein Vergleich mit dem Rivalen Munich Re. Die Münchener wuchsen in den letzten Jahren kaum und die Profitabilität lag deutlich unter der Swiss Re. Mehr Mut, bitte, mag man dem einen wie dem anderen zurufen. (ba)

Bild: Michel Liès, Vorstandschef der Swiss Re (Quelle: Swiss Re)

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