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Swiss Life ist überkapitalisiert

02.03.2016 – Bei der Swiss Life ist im vergangenen Jahr der Gewinn um sieben Prozent auf 878 Mio. Schweizer Franken gestiegen. Wegen des starken Frankens gingen die Beitragseinnahmen des Schweizer Marktführers im vergangenen Jahr um ein Prozent zurück. In Deutschland traten die Schweizer auf die Bremse.

Mehr Profit aus den Produkten und mehr Effizienz verfolgt das Management der Swiss Life. Das hat sich positiv auf den Gewinn ausgewirkt. Jetzt will der Verwaltungsrat unter Vorsitz des langjährigen Swiss-Life-CEOs Rolf Dörig die Dividende von 6,50 Franken auf 8,50 Franken erhöhen, das sind in der Summe 31 Prozent des Gewinns. Im Vorjahr hatte das Unternehmen 25 Prozent seines Gewinns ausgeschüttet. Bis 2018 soll die Ausschüttungsquote bis auf 50 Prozent steigen, hatte man im November angekündigt.

Was die Solvenz anbetrifft, können sich die Schweizer das leisten. Aktuell liegt die Solvenzquote nach dem sehr strengen Swiss Solvency Test (SST) bei 140 Prozent. Das interne Modell ist mit Auflagen bereits genehmigt. Im Mai letzten Jahres hatte S&P sein Rating von A- auf A angehoben, der Ausblick ist stabil. Würde die Swiss Life nach der europäischen Solvency II beaufsichtigt, läge die Solvenzquote bei 200 Prozent, rechnet man am Mythenquai vor. 18,8 Mrd. Franken (minus ein Prozent) an Beitragseinnahmen verbuchte der Marktführer der Schweiz im vergangenen Jahr, davon kamen 4,5 Mrd. Franken (minus elf Prozent) aus Frankreich und 1,4 Mrd. CHF (minus 14 Prozent) aus Deutschland, die Beitragseinbußen sind fast vollständig durch die Aufwertung des Franken hervorgerufen.

Dem Geschäftsvolumen stehen 12,3 Mrd. Franken an Eigenkapital gegenüber. Es ist 2014 rasant angewachsen von neun Mrd. Franken auf 12,8 Mrd. Franken. Der Kurs der Swiss-Life-Aktie ist in dem unsicheren Umfeld vergleichsweise stabil und machte nach der Verkündung der Dividendenerhöhung einen Sprung. Trotzdem ist die Marktkapitalisierung mit 8,7 Mrd. Franken viel niedriger als das Eigenkapital. Mit anderen Worten: Die Börse rechnet mit enormen Verlusten des Unternehmens. Ob das angesichts des Bemühens um operative Stärkung eine realistische Befürchtung ist, darf man getrost bezweifeln. (ba)

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