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Surrogat für Cat Rückversicherung Munich Re berichtet über anhaltendes ILS Wachstum

21.10.2013 – munichreDas fünf Kräfte Modell des US Management-Gurus Michael E. Porter sieht neben dem Auftreten neuer Konkurrenten auch den Beginn einer Produktsurrogation durch alternative, jedoch im wesentlichen den gleichen Zweck erfüllende Produkte vor („threat of substitute products“). Nach einer über 10jährigen Experimentier- und Anlaufphase erleben wir derzeit just solch ein Phänomen: den raschen Ersatz eines grossteils klassischer Katastrophendeckungen durch ILS (versicherungsbasierte Verbriefungsprodukte). Für 2013 erwartet die zwar in der klassischen Rückversicherung verwurzelte jedoch auch bei ILS kräftig mitmischende MunichRe ein Jahres-Emissionsvolumen von 7 Mrd. US$, also erstmals mehr als im bisherigen Spitzenjahr vor der weltweiten Finanzkrise.

MunichRe’s Bericht zum Thema Insurance-Linked Securities (ILS) per Ende 3. Quartal 2013 zeigt folgendes:

  • Das Gesamtvolumen der ausstehenden Verbriefungen stieg zwischen Ende 2012 (15,6 Mrd. US$) auf nunmehr 17,9 Mrd. US$. In jedem der drei dazwischenliegenden Quartale überkompensierten die Neuemissionendie Fälligkeiten um ein vielfaches.
  • Was die von staatlicherseits künstig niedrig gehaltenen Kapitalmarktzinsen gebeutelten Investoren lockt ist die erwartete Ueberrendite under ILS Anleihen. Diese hängt vom Schadenerwartungswert und der Art des verbrieften Risikos ab. Sie liegt zwischen 100 und 1000 Basispunkten.
  • Nach wie vor sind die Kapitalmärkte nur bereit Risiken zu verbriefen die aktuariell simuliert werden können. Dies betrifft in erster Linie US Hurricanes und Erdbeben, daneben zunehmend entsprechende ereignisse in Japan und Europa. Soweit jedoch die Modellierungsgrundlage (etwa von der Spezialgesellschaft RMS) fehlt sind die Kapitalmärkte nicht bereit den klassichen Rückversicherern den Lebensunterhalt streitig zu machen.
  • Modelliert werden können jedoch extreme Mortalitätsrisiken (etwa eine Grippeepidemie à la 1919) und auch Abweichungen in der Morbidität was Krankenversicherer angeht. Diese Phänomene eignen sich also durchaus für eine Verbriefung.
  • Zu den typischen Emittenten gehören auch grosse Rückversicherer, die sich gar im Wege der stimmigen Namensfindung eine Art konsistentes branding für ihre jeweiligen Anleihen zulegen. Etwa Mythen Re im Fall der am Mythenquai ansässigen SwissRe und DaVinci bzw. Mona Lisa was Renaissance Re betrifft. Auch Munich Re und Hannover Re sehen die Begebung von ILS Anleihen als Alternative für die in früheren Zeiten üblichen Retrozessionen und bedienen sich regelmässig der ILS Märkte, zum Teil gar als arbitrierende Händler für Emissionen aus der zweiten Hand.
  • Neben klassischen Risikoträgern wie Erstversicherern und grossen Industriegruppen treten nun auch staatliche Einheiten als Abwälzer von catnat risiken qua verbriefung auf den Plan. MetroCat Re Ltd. etwa gewährt den New Yorker Verkehrsbetrieben bis zu 200 Mio. US$ auf der Basis eines parametrischen Auslösers (triggers). Insofern findet keine Kanibalisierung bestehender Risikotragung sondern die Erschliessung neuer Märkte statt, ein Hoffnungsschimmer für klassiche Rückversicherer. (cpt)
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