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Stärkerer Fokus auf strategische Schwerpunkte

01.09.2016 – marcus_nagel_zurichAngesichts Solvency II sehen die Versicherer im Run-off durchaus Perspektiven. Insgesamt gehe es “um eine stärkere Fokussierung auf strategische Schwerpunkte und profitable Geschäftsfelder”, konstatiert Marcus Nagel, Vorstandschef der Zurich, gegenüber VWheute. Zudem werde auch “Erhöhung der Profitabilität durch Reduzierung von Komplexität und Kosten sowie die Behebung von Ineffizienz in der Verwaltung angestrebt”.

VWheute: Ein Run-off von Lebenbeständen gewinnt in Zeiten niedriger Zinsen immer mehr an Bedeutung. Welche besonderen Aspekte sind dabei vor dem Hintergrund der aktuellen Regulierungsvorgaben von Solvency II zu beachten?

Marcus Nagel: Zurich ist einer der fünf größten Lebensversicherer in Deutschland. Diese Position beabsichtigen wir auszubauen. Vor allem werden wir unseren Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden nachkommen. Und das selbstverständlich auch unter Solvency II, denn dort bestehen generell die Anforderungen über ausreichende versicherungstechnische Rückstellungen für sämtliche Verpflichtungen gegenüber dem Versicherungsnehmer zu verfügen.

Dies gilt auch für anrechnungsfähige Eigenmittel zur Bedeckung der Solvenzkapitalanforderung – SCR – sowie für anrechnungsfähige Basiseigenmittel zur Bedeckung der Mindestkapitalanforderung – MCR. Insbesondere aufgrund der durch Solvency II erforderlichen Eigenkapitalunterlegung werden die Versicherer genauer prüfen, ob man sich jede Sparte in Zukunft wird leisten können und wollen, denn Eigenkapital ist für manche Versicherer im Niedrigzinsumfeld eine knappe Ressource.

VWheute: Laut einer Studie von Willis Towers Watson im April 2016 sieht ein großer Anteil von Marktteilnehmern im Run-off auch Perspektiven. Welche Perspektiven sehen Sie auch vor dem Hintergrund der aktuellen Regulierungsvorgaben?

Marcus Nagel: Insgesamt geht es um eine stärkere Fokussierung auf strategische Schwerpunkte und profitable Geschäftsfelder. Auch wird eine Erhöhung der Profitabilität durch Reduzierung von Komplexität und Kosten sowie die Behebung von Ineffizienz in der Verwaltung angestrebt. Aktives Bestandsmanagement für alle Beteiligten – Kunde und Shareholder – kann darüber hinaus eine Win-win-Situation ergeben.

VWheute: Eine “praktische Frage” zum Schluss: welche Risiken sehen Sie in Bezug auf das Bestandsmanagement und des Run-off unter Solvency II?

Marcus Nagel: Grundsätzlich bestehen derzeit zahlreiche Herausforderungen für die Versicherungsbranche. Dies sind beispielsweise das Niedrigzinsumfeld, regulatorische Anforderungen, schwaches Neugeschäftswachstum sowie neu zu konzipierende IT-Landschaften im Zusammenhang mit der Modernisierung der Systeme und der Neuausrichtung auf die sich wandelnden Kundenanforderungen.

Konkret im Kontext Run-off könnte sich zudem die Herausforderung ergeben, dass ein internes, aktives Bestandsmanagement hohe Expertise und Fokussierung erfordert. Zudem bergen Bestandsübertragungen grundsätzlich eine hohe regulatorische und prozessuale Komplexität.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.

Bild: Marcus Nagel, Vorstandsvorsitzender der Zurich Deutschland (Quelle: Zurich)

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