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Sonderabschreibung trübt gutes Talanx-Quartalsergebnis

13.08.2015 – talanx-schild-150Der Ende Juli angekündigte Rückzug aus der klassischen Lebensversicherung schlägt sich auch in den Quartalszahlen des Talanx Konzerns nieder. Der Gewinn bricht um fast ein Drittel ein und bleibt unter den Erwartungen. Die Aktie legte gegen den Markttrend zu. Unter dem Strich verdiente der deutsche Versicherungsplayer 60 Mio. Euro nach Steuern und Zinsen.

Analysten hatten im Schnitt mit 78 Mio. Euro gerechnet. Nur die Rückversicherungstochter Hannover Rück bewahrte den Konzern vor roten Zahlen. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich ungeachtet des Sondereffekts um ein Prozent auf knapp über eine Mrd. Euro. Das Ergebnis je Aktie lag im ersten Halbjahr 2015 bei 1,23 (1,51) Euro.

Deutschlands drittgrößter Versicherungskonzern hatte im Juli mitgeteilt, aufgrund einer Umstrukturierung im Lebensversicherungsgeschäft 155 Mio. Euro auf die Firmenwerte der deutschen Töchter abschreiben zu müssen. Ohne diesen Effekt wäre der Gewinn auf 215 Mio. Euro gestiegen. Insofern zeigte sich Talanx-Chef Herbert Haas zufrieden: “Wir haben uns im ersten Halbjahr 2015 in einem anhaltend herausfordernden Umfeld behauptet und dabei unsere ursprünglichen Erwartungen an den Geschäftsverlauf übertroffen. Wir haben unsere Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2015 angepasst. Diese liegt nach der Goodwill-Abschreibung bei 600 bis 650 Mio. Euro.” An diesem Wert soll sich auch die Dividende für die Aktionäre bemessen und mindestens dem Vorjahresniveau entsprechen.

Ferner geht der Konzern davon aus, eine Kapitalanlagerendite von über drei Prozent zu erreichen und die Bruttoprämien bereinigt um Währungseinflüsse um ein bis drei Prozent zu steigern. Im zweiten Quartal stiegen die Bruttopämien unterstützt durch den schwachen Euro um 12,6 Prozent auf 7,39 Mrd. Euro. Vor allem im Rückversicherungs- und Auslandsgeschäft legten sie deutlich zu. In der Industrieversicherung hatte Talanx in Deutschland mit dem niedrigen Prämienniveau zu kämpfen. In diesem Bereich lagen die gebuchten Bruttoprämien bei 1,9 (1,8) Mrd. Euro.

Angesichts der geringeren Schäden sank die kombinierte Schaden-Kosten-Quote des MDax-Unternehmens auf 96,2 (98,4) Prozent. Die Großschäden – darunter der Absturz des Germanwings-Flugs 4U9525 und die Folgen durch Sturm “Niklas” – waren im ersten Halbjahr mit 363 Mio. Euro hoch, aber unter dem angesetzten Budget. Auch beim Kapitalanlageergebnis ging es trotz der anhaltend niedrigen Zinsen bergauf. Es stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 11 Prozent auf 1,04 Mrd. Euro. Grund ist die stärkere Umschichtung in andere Währungen. Zum 30. Juni 2015 wies die Talanx-Gruppe eine Eigenmittelausstattung nach Solvency I von 223,5 Prozent (31. Dezember 2014: 228,2 Prozent) aus. Das Eigenkapital stieg im ersten Halbjahr leicht um 0,3 Prozent auf knapp über acht Mrd. Euro. (vwh/dg)

Link: Talanx – Zwischenbericht zum 30. Juni 2015

Bild: Talanx-Konzernzentrale (Quelle: Talanx)

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