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Solide Talanx enttäuscht die Börse

14.11.2014 – talanx_haas_150Von VWheute-Korrespondentin Claudia Schmidt-Wehrmann.

Obwohl der Versicherungskonzern Talanx in Hannover für die ersten neun Monate 2014 ein solides Ergebnis vorlegte und damit seine Erwartungen erfüllt sieht, wie Vorstandschef Herbert K. Haas kommentierte, reagierte der Markt auf die Zahlen negativ. Die Anleger hatten mehr erwartet.

Enttäuscht hat sie der Gewinn im dritten Quartal, obwohl dieser um mehr als ein Viertel höher ausfiel als im Vorjahr. Aber auch der von Haas für 2015 avisierte Konzerngewinn von wiederum „mindestens 700 Millionen Euro“ dämpfte die Stimmung. Die Folge: Die Talanx-Aktie tendierte gegen den Markt schwach.

Die zurückhaltende Gewinneinschätzung 2015 ist allerdings auch vor dem Hintergrund des für das kommende Jahr wegen erheblicher Großschäden in der Industrieversicherung um mehr als 100 Millionen Euro aufgestockte Großschadenbudgets in der Erstversicherung zu sehen. Hinzu kommen das anhaltend niedrige Zinsumfeld sowie Unsicherheiten über die tatsächlichen Belastungen aus dem Lebensversicherungsreformgesetz.

In den ersten neun Monaten erhöhten sich die Prämieneinnahmen des drittgrößten deutschen Versicherungskonzerns um 1,6 Prozent auf 21,7 Milliarden Euro, wozu vor allem die Belebung im dritten Quartal beitrug. Das Wachstum wird allerdings durch Währungseffekte gedämpft. Wechselkursbereinigt hätte der Anstieg 3,1 Prozent betragen. Zum Wachstum trägt unverändert das Ausland bei – insbesondere die Türkei und Brasilien. Das Deutschlandgeschäft hingegen leidet unter der Zurückhaltung der Kunden im Lebensversicherungsbereich und spiegelt auch die Profitabilisierungsmaßnahmen in der Kfz-Sparte wider.

Obwohl sich das versicherungstechnische Ergebnis auf Grund der Beteiligung von Versicherungskunden am gestiegenen Kapitalanlageergebnis verschlechtert hat, weist das operative Ergebnis ein Plus auf. Dies ist auf das durch den Verkauf von Wertpapieren verbesserte Kapitalanlageergebnis zurückzuführen. Als Konzerngewinn werden 530 Millionen Euro nach 528 Millionen Euro im Vorjahr ausgewiesen. In dem schwachen Zuwachs spiegelt sich der im Vorjahr erzielte Erlös aus dem Verkauf von Swiss-Life-Anteilen in Höhe von rund 100 Millionen Euro wider. Dieser Effekt verschwand im dritten Quartal, was sich in einer deutlichen Gewinnsteigerung niederschlug.

Das Großschadenbudget des Konzerns (855 Millioen Euro für 2014) wurde in den ersten neun Monaten trotz der schadenträchtigen Industrieversicherung nicht ausgeschöpft. Dazu trug die Tochter Hannover Rück bei, die von geringen Katastrophenschäden profitierte und 2014 auf ein Rekordergebnis zusteuert. (vwh/ak)

Bild: Herbert K. Haas, Vorstandsvorsitzender der Talanx. (Quelle: Talanx)

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