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Scor’s ertragsorientiertes Wachstum beeindruckt erneut

06.03.2015 – Kessler_ScorEinen erneut glänzenden Jahresabschluss präsentierte der französische, aber international geprägte Rückversicherer Scor. Was französischen Autoherstellern oder Banken nicht mehr so recht geling, das Schaffen nationaler Champions, hat der seit 2002 amtierende CEO Denis Kessler bei Scor vollbracht. Vielleicht liegt es an der technokratisch-mathematischen Ausrichtung französischer Eliten, auch Axa ist ein solcher nationaler Champion.

Das operative Ergebnis (ohne außerordentliche Einflüsse und vor Steuern) stieg um 5,4 Prozent von 783 Mio. Euro auf 825 Mio. Euro. Andererseits ging das Konzernergebnis nach Steuern von 549 Mio. Euro auf 512 Mio. Euro zurück, der Gewinn je Aktie von 2,96 Euro auf 2,75 Euro. Dies erklärt sich mit einem positiven in 2013. Anscheinend entspricht es der Geschäftspolitik von Scor, etwa 50 Prozent des Jahresgewinns als Dividende auszuschütten. Hierfür spricht auch, dass Scor sich derzeit für ein wenig überkapitalisiert hält.

Die gebuchten Bruttoprämien stiegen zudem insgesamt um 10,4 Prozent. Hinter diesem Wachstum steht eine fast-Stagnation (1,8 Prozent Wachstum bei tatsächlichen, 2,7 Prozent bei konstanten Wechselkursen) im Bereich P&C/nicht-Leben und 18,1-prozentiger Wachstumsschub im Bereich Leben. Letzterer ist auf den Erwerb von Generali US zurückzuführen, mithin nicht organischer Natur.

Es beeindruckt die nochmalige Reduzierung der combined ratio P&C auf bloße 91,4 Prozent, die allerdings auch eine Folge des Ausbleibens größerer Naturkatastrophen gewesen sein dürfte. Dritte Säule der Profit Centers ist neben P&C und Life der Bereich Investments. Die Anlagerendite liegt bei 2,9 Prozent.

Der Aktienkurs von Scor beträgt derzeit 29,81 Euro, liegt somit um 2,6 Prozent unter dem zum Jahresende 2014 ausgewiesenen Eigenkapital je Aktie von 30,60 Euro. Die als volatil angesehenen Rückversicherer notieren vielfach mit erheblichem Abschlag zum NAV/share, bisweilen gar einem von 20 Prozent und mehr. Eigentlich müsste für Scor die Verlockung groß sein das Wachstum durch Akquisitionen früherer Jahre wiederaufzunehmen, zumal die Eigner mancher Rückversicherer auf Bermuda angesichts weiche Märkte geneigt sind das Handtuch zu werfen.

Jedoch scheint der Scor-CEO Denis Kessler nun erst einmal eine Konsolidierungsphase einlegen zu wollen. Reuters gegenüber erklärte er, zwar befinde sich der Rückversicherungsmarkt derzeit in einer Konsolidierungsphase, doch habe Scor bereits eine optimale Betriebsgröße erreicht, bedürfe keiner weiteren Akquisitionen. (cpt)

Bild: Scor-CEO Denis Kessler (Quelle: Scor)

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