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Scor handelt mit Versicherungsverbriefungen

17.09.2014 – scor_kessler_montecarlo_cpt_150Die Scor ist als Kapitalanleger in das Geschäft mit Risikoverbriefungen eingestiegen. Der Handel mit den Produkten bringt dem Rückversicherer eine Rendite von durchschnittlich 7,2 Prozent. Indes wird die Wettbewerbsklage gegen die Caisse Centrale de Réassurance (CCR) auf europäischer Ebene weiterverfolgt.

Unter Einsatz von externem und eigenem Kapital von insgesamt 460 Mio. US-Dollar betreibt Scor vier Fonds, die mit Risikoverbriefungen handeln. Es geht dabei nicht nur um Insurance Linked Securities, sondern auch um voll besicherte Rückversicherungskontrakte. Ziel der Franzosen ist es, durch aktives Traden bereits emittierter Verbriefungen unter Einsatz der eigenen risikoanalytischen Fähigkeiten temporäre Fehleinschätzungen anderer Marktteilnehmer und die sich daraus ergebenden inkonsistenten Preise in Gewinne umzumünzen. Scor erzielte durch diese Geschäfte im dreijährigen Schnitt eine respektable Rendite von 7,2 Prozent.

Gleichzeitig verfolgt die Scor ihre Wettbewerbsklage gegen die Caisse Centrale de Réassurance (CCR) jetzt auf europäischer Ebene weiter. Im September 2013 war der Versuch gescheitert, die Bevorzugung des staatlichen Konkurrenten bei obligatorischen Naturkatastrophendeckungen vor dem Verfassungsgericht zu Fall zu bringen. Auf dem Rendez-vous der Rückversicherer in Monte Carlo erklärte die bei CCR als président-directeur général amtierende Stéphane Pallez, der CCR-Sieg sei endgültig, es werde keine weiteren Démarchen mehr geben.

Auf Anfrage erklärte die Scor, es sei ein weiteres Verfahren vor dem Pariser Verwaltungsgericht anhängig, die Entscheidung werde in den nächsten Monaten erwartet. Scor habe sich zudem bei der EU-Kommission beschwert, die nun intensiv dieser Sache nachgeht. Scor greift Article L. 431-9 du code des assurances an, eine Bestimmung des französischen Versicherungsaufsichtsgesetz, die die Deckung von Nat-cat-Risiken allein der mit einer Staatsgarantie versehenen CCR vorbehält. Dies mag zwar wie eine intra-französische Angelegenheit erscheinen, jedoch wären auch internationale Rückversicherer daran gehindert, in Konkurrenz zur CCR aufzutreten. GEMA, der Verband der französischen Gegenseitigkeitsversicherer, hatte damals für die Beibehaltung des bisherigen Systems Partei ergriffen.

Pallez erklärte, auch die bisherigen Streitigkeiten zwischen CCR (einst führender property XL Rückversicherer des lokalen Markts) und einer ganzen Reihe von Thai-Versicherern in Sachen Überschwemmungs- und innere Unruhe-Schäden seien mittlerweile bereinigt. (cpt)

Bild: Dennis Kessler, Scor, sucht Chancen in den Fehlern der Marktteilnehmer. (Quelle: cpt)

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