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Schwaches Quartalsergebnis für die Allianz

09.11.2015 – Wemmer_AllianzDie Allianz hat erstmals seit zwei Jahren wieder einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn verzeichnen müssen. Wie der Versicherer am Freitag bekannt gab, fiel der Gewinn im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent auf 2,45 Mrd. Euro. Der Umsatz ging um 4,3 Prozent auf 27,5 Mrd. Euro zurück (Vorjahreszeitraum: 28,8 Mrd. Euro).

Wie der Versicherer weiter mitteilte, musste die Allianz in allen Sparten einen Rückgang der Gewinne hinnehmen. Zudem haben Naturkatastrophen in diesem Jahr den Gewinn zusätzlich belastet. So beziffert die Allianz deren Folgen auf 144 Mio. Euro, während der Versicherer im Vorjahr weitgehend von solchen Ereignissen verschont geblieben ist. Allein die Explosionen in der chinesischen Hafenstadt Tianjin im August 2015 schlugen nach Unternehmensangaben mit 64 Mio. Euro zu Buche.

Demnach sank das operative Ergebnis in der Schaden- und Unfallversicherung im dritten Quartal 2015 laut Allianz um 5,0 Prozent auf 1,35 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,42 Mrd.). “Unser Schaden- und Unfallgeschäft weist weiterhin eine starke versicherungstechnische Marge auf, trotz eines Anstiegs der wetterbedingten Schäden im Vergleich zum Vorjahr sowie einiger Großschäden“, sagt Dieter Wemmer, Finanzvorstand der Allianz. Dennoch sei “die Entwicklung dieses Geschäftsbereichs weiterhin auf Kurs”.

In der Lebens- und Krankenversicherung ging das operative Ergebnis laut Allianz um 6,6 Prozent auf 738 Mio. Euro (Vorjahr: 790 Mio.) zurück. Auch das Neugeschäftswert ging leicht um 1,6 Prozent auf 325 Mio. Euro (Vorjahr: 330 Mio.) zurück. Begründet wird der Rückgang mit einem Trend zu neuartigen Versicherungsprodukten ohne klassischen Garantiezins.

“Unser Produktmix im Bereich Lebens- und Krankenversicherung bewegt sich weiterhin in die richtige Richtung: weg von traditionellen und hin zu neuen Produkten”, bilanziert Wemmer. “Die gestiegene Neugeschäftsmarge ist ein eindeutiger Beleg, dass sich die Umsetzung unserer Strategie auszahlt”, so der Finanzvorstand.

Auch das US-Gewerbegeschäft von Fireman’s Fund wirkt sich mit einer Schaden-Kosten-Quote von 117 Prozent belastend auf das Allianz-Ergebnis aus. “Wir brauchen noch ein Jahr, um zur vollen Sanierung zu kommen”, prognostiziert Wemmer. Ebenfalls Sorgen bereitet der Allianz auch die US-Konzerntochter Pimco. So haben die Anleger allein im letzten Quartal weitere 16 Mrd. Euro abzogen. Wemmer gibt sich dennoch optimistisch: “Wir haben den Turnaround gut adressiert”.

Trotz durchwachsender Zahlen bestätigt die Allianz ihre Jahresprognose: “Wir erwarten, dass das operative Ergebnis für das Gesamtjahr steigen wird und am oberen Ende unseres Zielkorridors von 10,0 bis 10,8 Mrd. Euro liegen wird”, sagt Wemmer. Dennoch gehörte die Allianz am Freitag mit einem Verlust von zeitweise zwei Prozent zu den großen Verlierern im Dax.

Somit werden die Anleger mit besonderem Interesse auf den 24. November 2015 blicken, wenn Allianz-Chef Oliver Bäte die neue Konzernstrategie enthüllen wird. Allerdings suchte Wemmer die Erwartungen bereits am Freitag zu dämpfen. “Ob das ein großer Wurf wird, wird vielleicht intern und extern unterschiedlich bewertet”, wird der Finanzvorstand in der Süddeutschen Zeitung zitiert. Intern sei es jedenfalls “ein großer Schritt”.

Nichtsdestotrotz bleibt die Allianz sowohl national wie international der Platzhirsch in Europa mit einer Marktkapitalisierung von 72 Milliarden Euro, belegt ein aktuelles Ranking der ARD. Auch bei weltweiter Betrachtung rangiere der Münchener Versicherer hinter China Life Insurance, UnitedHealth, und Ping An Insurance auf Rang vier. (vwh/td)

Link: Bisherige Geschäftsergebnisse der Allianz im Überblick

Bild: Allianz-Finanzvorstand Dieter Wemmer (Quelle: Allianz)

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