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Schadenversicherer kämpfen um Wende in 2014

07.01.2014 – Rainer Brune, Vorstandsmitglied der Axa Versicherung, befürchtet, dass Tarifanhebungen zu einem Rückgang des Neugeschäfts  in der Autoversicherung führen könnten. „Die Frage ist nicht, ob der Preiswettbewerb wieder einsetzt, sondern lediglich, wann”, so Brune.

Mit der zunehmenden Digitalisierung und dem zunehmenden Einfluss der Kfz-Portale für den Policen-Abschluss erhöhten sich die Anforderungen an Pricing, Kostenmanagement und Kundenbindung. Denn die Preistransparenz und Umlaufgeschwindigkeit würden erhöht. Nach einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers lag die Anzahl der über Vergleichsportale abgeschlossenen Kfz-Versicherungsverträge 2013 bereits bei annähernd 1,5 Millionen Verträgen. „Diese Entwicklung wird den Wettbewerb weiter befeuern und damit zu einer tendenziellen Verkürzung der Marktzyklen führen”, prognostiziert Brune. Auf alle Fälle werde sich der Druck aber auf die Versicherer und ihre Vertriebe erhöhen.

In den vergangenen fünf Jahren verzeichnete die Kfz-Versicherung infolge eines ruinösen Preiswettbewerbs einen kumulierten versicherungstechnischen Verlust von rund 4,6 Mio. Euro.  Gewinne wurden aus der Kapitalanlage, nicht aber aus dem versicherungstechnischen Ergebnis erwirtschaftet”, erinnert Brune. In diesem Jahr sei „die Sparte endgültig in der harten Phase des Marktes angekommen”.  Seit 2011 befindet sich die Kfz-Versicherung in einem positiven Trend. Die Durchschnittsbeiträge in der Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung stiegen an. Auch sanken die Schadenquoten. Verbunden damit habe sich das technische Ergebnis im Zeitraum sukzessive verbessert.

Auch die seit Jahren defizitären Gebäudeversicherer beschäftigt die Frage, wie sie aus ihren Verlusten herauskommen können. Die Combined Ratio schätzt die deutsche Versicherungswirtschaft auf jetzt etwa 150 Prozent. Der Vorsitzende des Vorstands der SV SparkassenVersicherung, Ulrich-Bernd Wolff von der Sahl, stellt in dem heute erscheinenden Prognose-Special der Versicherungswirtschaft fest: „Mit einer reinen Preisanpassung hin zu angemessenen Prämien ist es allein nicht getan.” Vielmehr sei eine wirksame Risikovorsorge notwendig. „Viele Schäden können durch eine umsichtige bauliche Vorsorge in der Schadenhöhe deutlich verringert, oftmals sogar gänzlich vermieden werden.”

Mit 2014 verbindet der SV SparkassenVersicherung-Chef „die Hoffnung, dass die Politik ihre Prioritäten auf die Ausweitung von Schutzmaßnahmen und die Aufklärung der Bürger legt”. Hier kämen zum Beispiel „eine restriktive Ausweisung des Baulandes und die Ausweisung von Überflutungsflächen neben Flüssen” in Frage. Auch sollte der Neubau von Gebäuden in Überschwemmungsgebieten ein Tabu sein.  (ki)

Link: DOSSIER, Einzelheftbestellung Versicherungswirtschaft

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