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Rückversicherer profitieren von El Niño

31.03.2016 – Keine Orkane in den USA, doch dafür mehr Wirbelstürme im Pazifik: Das Klimaphänomen El Niño hat den Rückversicherern ein gutes Schadenjahr beschert, das vierte in Folge. Den versicherten Tianjin-Schaden beziffert die neue Sigma-Studie auf 2,5 bis 3,5 Mrd. US-Dollar.

Trotz des rauen Winters in den USA war 2015 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, berichtet die Swiss Re. In der neuen Ausgabe der Forschungsreihe Sigma beziffert der Rückversicherer die Katastrophenschäden im vergangenen Jahr auf 92 Mrd. US-Dollar. Das waren 19 Prozent weniger als im Jahr 2014 und weniger als halb so viel wie im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Davon waren 37 Mrd. US-Dollar versichert, drei Prozent mehr als 2014. Im Zehnjahresschnitt kommt die Versicherungsbranche jährlich für 62 Mrd. Dollar auf.

Ursprünglich war die Schadenschätzung für das Jahr 2015 noch günstiger ausgefallen, doch der Dezember hatte heftige Regenfälle in Großbritannien und den USA gebracht. Allein die Überschwemmungen in Großbritannien werden die Versicherer wohl zwei Milliarden Dollar kosten, heißt es in der Sigma-Studie. Nach dem kalten Winter 2015 ist es im Verlauf des Jahres zu Hitzewellen gekommen. Die USA erlebten die schlimmsten Waldbrände seit 1960. Auch in Indonesien und Australien kam es zu Waldbränden.

“Unter anderem trug El Niño zu einer von den durchschnittlichen Klimanormen abweichenden Wetterlage bei”, berichtet das Sigma-Forscherteam. Für die Rückversicherer war das offensichtlich gut, vielleicht zu gut. Denn aufgrund der geringen Schäden fahren die Versicherer ihre Rückversicherungsprogramme zurück, die Preise sinken. Vier Jahre in Folge lagen die Katastrophenschäden unter dem Durchschnitt. Eine so gute Periode hat die Versicherungsbranche in den letzten vierzig Jahren nicht erlebt, stellte Versicherungswirtschaft in ihrer Januar-Ausgabe fest. Die Nuller Jahre waren von hoher Katastrophenaktivität geprägt gewesen, vom Anschlag auf das World Trade Center bis hin zum Erdbeben in Japan. Jetzt erleben wir eine Erholungsphase, zumindest was das Klima anbetrifft. (ba)

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