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Roland Rechtsschutz: Umsturz an der Führungsspitze

19.03.2014 – brune-horrion-150Mit sofortiger Wirkung, aber laut Pressemitteilung “einvernehmlich”: Der Vorstandsvorsitzende der Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG, Gerhard Horrion, gibt sein Amt ab. Der Aufsichtsrat beförderte den Gremienkollegen Rainer Brune an die Spitze der Kölner Unternehmensgruppe.

Seit 1994 war Gerhard Horrion als Vorstand für Roland Rechtsschutz tätig, seit 1999 als Vorstandsvorsitzender. Unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung des Unternehmens  in dem enger werdenden Markt der Rechtsschutzversicherung (siehe DOSSIER) sind der Grund für länger schwelende atmosphärische Störungen mit teilweise offen ausbrechenden Differenzen.

“Nur am Rande spielte das in den letzten Tagen ventilierte Thema einer Übernahme der Arag durch Roland auf der Veranstaltung eine Rolle”, berichtete in dem Zusammenhang genau vor einem Monat VWheute-Korrespondent Uwe Schmidt-Kasparek vom Jahrespressegespräch mit Gerhard Horrion in Köln. Im Hintergrund aber war ein öffentlicher Eklat gerade noch vermieden worden. Horrion hatte sich im Zeichen seiner kontinuierlichen Markterfolge sehr weit vorgewagt und griff unverhohlen nach weiteren Übernahmen, insbesondere auch der Düsseldorfer Arag. Die starken Anteilseigner in seinem Aufsichtsrat, die Axa und Gothaer, stoppten den ambitionierten Horrion und ließen ihn eine öffentliche Unterwerfungsmitteilung machen.
An den von Horrion richtig beurteilten Marktgegebenheiten änderten der damalige Stopp und jetzt die Ablösung nichts. Viele Anbieter im Markt für Rechtsschutzversicherung haben wenig Zukunftsperspektive. Der Markt wird sich in den nächsten Jahren stark konsolidieren. Die gut gefüllte Roland-Kriegskasse, von der Horrion angriffslustig gesprochen hatte, wird nun von seinem Nachfolger strategisch in dem Markt eingesetzt werden, wenn man ihn denn unter der strengen Aufsichtsratskuratel lässt.

Ob dabei Kontinuität im Sinne Horrions oder eine Neuausrichtung im Sinne von Roland-Aufsichtsratschef Thomas Buberl, seines Zeichens auch Chef des Roland-Anteilseigners Axa, exekutiert wird, ist völlig offen. Zu Hintergründen der “sofortigen” Maßnahme wollte sich das Unternehmen gegenüber VWheute nicht ausdrücklich äußern. Allerdings gilt Buberl als treibende Kraft hinter der Personalentscheidung, der Vorgang harrt also weiter der Erläuterung.

Der Aufsichtsrat entsendet ebenfalls mit sofortiger Wirkung Rainer Brune in den Vorstand der Kölner Versicherungsgruppe, zu der auch die am Markt sehr erfolgreiche Roland Assiatance gehört. Der 48-Jährige  – bis dato selbst Mitglied des Aufsichtsrats – des berufenden Aufsichtsrats – lässt sein Mandat für die Dauer der Entsendung ruhen, was weiterer Personalentscheidungen bedarf. Seit 2007 war Brune Mitglied des Vorstands der Axa Versicherung AG und der DBV Deutsche Beamtenversicherung AG und dort unter anderem verantwortlich für das Privatkundengeschäft Sach, Unfall, Haftpflicht, Kraftfahrt (SUHK). Diese Mandate hat er nun niedergelegt. Brunes Vertrag ist auf ein Jahr befristet, in ein paar Wochen will das Unternehmen zur neuen Strategie Stellung nehmen.

Fotos: Rainer Brune (l.) folgt auf Gerhard Horrion als Vorstandvorsitzender der Roland-Gruppe. (Quelle: Axa/Roland)

Links: DOSSIER, KÖPFE

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