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Roland-Rechtsschutz: Über dem Durchschnitt – Nein zur Arag

17.01.2014 – Roland-logoDie Roland Rechtsschutz-Versicherung ist 2013 deutlich gewachsen. Die Beitragseinnahmen stiegen um 13,9 Prozent auf 384,3 Mio. Euro. Ohne den Beitragsanteil aus der 2012 zugekauften HDI-Rechtsschutzversicherung beträgt das „organische“ Wachstum immerhin überdurchschnittliche vier Prozent.

„Das ist mehr als doppelt so hoch wie im Gesamtmarkt der Rechtsschutzversicherungen, der im vergangenen Jahr lediglich um zwei Prozent zugelegt hat“, sagte Gerhard Horrion, Vorstandsvorsitzender von Roland Rechtsschutz auf dem Jahrespressegespräch in Köln. Das Unternehmen hat nun rund 1,85 Millionen Kunden. Die Zahl der Verträge nahm im Vorjahr um 1,1 Prozent zu. Vor allem im Premiumbereich bei der Versicherung von Freiberuflern und Firmen hat die Roland Rechtsschutz gewonnen. Über Versicherungsmakler, aus dem internationalen Geschäft, aus der HDI-Konsolidierung und aus dem Direktgeschäft wurden 2013 rund 67,6 Prozent der Neukunden gewonnen. Demgegenüber steuerten die sechs Erstversicherer, die an der Roland Rechtsschutz beteiligt sind, nur noch 32,4 Prozent zum Neugeschäft bei. Versicherungsmakler sind im Neugeschäft der größte Aktivposten des Unternehmens. Sie gewannen im Vorjahr Neukunden mit einem Prämienerlös von 12,3 Mio. Euro.

Der Kölner Rechtsschutzversicherer sieht sich als Problemlöser in allen rechtlichen Angelegenheiten auch für die Zukunft gut gerüstet. „Über Jurway lösen wir beispielsweise per Hotline, Online-Rechtsberatung oder präventive Vertragsprüfung potentielle rechtliche Probleme, während die Rechtsschutzversicherung und die Prozessfinanz die tatsächlichen rechtlichen Probleme bezahlt oder finanziert“, erläuterte Horrion das Geschäftsmodell des Spezialversicherers. Alle Kunden der Roland Rechtsschutz können schon ab einem Streitwert von 5.000 Euro, prüfen lassen, ob ein nicht versicherter Streit, etwa aus dem Bauwesen, von der Prozessfinanz übernommen werde. Üblicherweise liege nach Angabe Horrions hier die Grenze für eine Prüfung bei 100.000 Euro oder höher.

2014 wird die Rechtsschutzversicherung für Kunden im Vergleich zum deutlich gestiegenen Kostenrisiko noch günstig sein. Die drastisch gestiegenen Schadenzahlungen kann die Branche aufgrund der Beitragsanpassungsklausel mit Treuhänderprüfung erst mit einem Timelag von zwei Jahren über die Beiträge an die Kunden weitergeben. So sind im vergangen Jahr vor allem aufgrund einer Reform der Gebührenordnung für Anwälte und Gerichte, die Schadenzahlung bei Roland Rechtsschutz um 21,3 Prozent regelrecht explodiert. Ab 2015 kann das Unternehmen seinen Mehraufwand dann per Prämienerhöhung langsam wieder zurückholen. „Wir rechnen für den 1.1.2015 mit einer Anpassung von 10 bis 12 Prozent“, so Horrion. Auch in den nächsten Jahren dürften die Prämien dann weiter steigen.

Unbeschadet des florierenden Arbeitsmarkts steigen die Streitigkeiten im Arbeitsrechtsschutz. Immer öfter versuchten hier Betroffene eine Festeinstellung zu erklagen oder ließen ihre gegenüber Normalbeschäftigten deutlich geringere Entlohnung gerichtlich überprüfen.

Nur am Rande spielte das in den letzten Tagen ventilierte Thema einer Übernahme der Arag durch Roland auf der Veranstaltung eine Rolle. Klar ist, viele Anbieter im Markt für Rechtsschutzversicherung haben keine Zukunftsperspektive. Der Markt wird sich in den nächsten Jahren stark konsolidieren. Ein wesentlicher Treiber dürfte dabei die Roland Rechtsschutzversicherung sein. „Unsere Kriegskasse ist gut gefüllt, wir sondieren derzeit aktiv den Markt“, sagte der Vorstandsvorsitzende weiter. Das Unternehmen kann sich sowohl Übernahmen, wie auch Kooperationen vorstellen. In den letzten Jahren hatte die Roland Assekuranz insgesamt sechs Rechtsschutzversicherer oder deren Bestände übernommen. Zuletzt war 2012 die HDI Rechtsschutzversicherung gekauft worden. „Wir können uns auch vorstellen, noch einen großen Versicherer zu kaufen“, so der Rolandvorstand. Eine Übernahme der Düsseldorfer ARAG-Versicherung, Horrion bestätigte Gespräche durch die Roland Aktionäre, werde es aber definitiv nicht mehr geben. „Die Arag wird nicht übernommen und das ist nachhaltig“, so der Vorstand. (usk)

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