Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Risk Manager befürchten soziale Unruhen

20.01.2015 – El-erianIm aktuell veröffentlichten Allianz Risk Barometer 2015 äußerten mehr als 500 befragte Risikomanager aus 47 Ländern eine deutlich angestiegene Furcht vor sozialen Unruhen. Eine zunehmende Armut und die sich weiter öffnende Schere zwischen reich und arm insgesamt könnten Unruhen und soziale Konflikte befördern. Zum Thema Ungleichheit diskutieren Mohamed El-Erian, Chief Economic Advisor der Allianz und Michael Heise, Chefökonom der Allianz.

Die Occupy Wall Street Bewegung, der Aufruhr um Thomas Pikettys Buch “Das Kapital im 21. Jahrhundert” und weitere Ereignisse werfen Fragen zu ein- und demselben Thema auf: Ungleichheit. Ganz aktuell wird das Thema von einer Oxfam-Studie ventiliert: „Die soziale Ungleichheit wächst schockierend schnell“, heißt es in einer jetzt in Berlin veröffentlichten Studie zur Vermögensverteilung auf der Welt. Darin stellen die Oxfam-Forscher eine rasante Vermögensumverteilung von ärmeren zu reicheren Menschen fest.

Auf die Frage, haben wir wirklich ein weltweites Problem mit der Ungleichheit, antworten El-Erian und Heise:

Heise: Nein, global gesehen nimmt die Ungleichheit glücklicherweise ab. Im Hinblick auf das Vermögen ist die Mittelschicht in den vergangenen 13 Jahren um 500 Millionen Menschen gewachsen, vor allem auf den asiatischen Märkten. Laut den Vereinten Nationen wird die Mittelschicht als Menschen mit Brutto-Geldvermögen zwischen 5.800 und 33.000 US-Dollar bezeichnet. Dass der Wohlstand zugenommen hat, müssen wir bei der Diskussion um das Thema Ungleichheit auch berücksichtigen.

El-Erian: Wir stehen hier vor einem interessanten Gegensatz. In vielen Entwicklungsländern, insbesondere in China, konnten sich Millionen und Abermillionen von Menschen aus der Armut befreien. Global gesehen ist die Ungleichheit zurückgegangen, vor allem weil sich die einzelnen Länder am unteren Ende der Wohlstandsskala einander angenähert haben. Und das ist gut so. Untersucht man jedoch die Ungleichheit in einzelnen Ländern, ergibt sich ein unterschiedliches Bild. Ob in den USA, Brasilien oder China: Überall haben Einkommen und finanzielle Ungleichheit zugenommen und zwar so deutlich, dass sich dieses Phänomen mittlerweile auf die Chancengleichheit auswirkt. Sobald man beginnt, über Chancen zu sprechen, wird das Problem weitaus ernster und schwieriger zu lösen. Global ist die Ungleichheit zurückgegangen, national jedoch auf ein besorgniserregendes Maß angestiegen.

Das vollständige Interview der Allianz unter beigefügtem Link.

Bild: Mohamed El-Erian, Chief Economic Advisor der Allianz. (Quelle: Allianz)

Links: “Ein bisschen Ungleichheit ist gut, viel davon ist schlecht”, Das reichste Prozent hat mehr als der Rest der Welt

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten