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Risiko: Kalibrierung der Fahrassistenten bei Scheibenwechsel

30.06.2015 – Autonomes_Fahren_BMWSicherheitsrelevant: Beim Neueinbau einer Windschutzscheibe müssen die Kameras der Fahrerassistenzsysteme meist neu kalibriert werden. Wenn eine Werkstatt hier schludert und es deshalb doch einmal kracht, kann der Versicherer in die Haftung geraten, erklärt Klaus Müller von Carglass gegenüber VWheute.

“Differiert der Kamerawinkel nach dem Neueinbau beispielsweise lediglich um ein Grad, so kann dies in einer Distanz von 100 Metern zu Abweichungen bis zu 1,75 Metern führen. Die Verlässlichkeit eines Spurhalteassistenten ist damit nicht mehr gegeben”, verdeutlicht Klaus Müller, Leiter Key Account Management Insurance, die Problematik.

Eine beträchtliche Zahl von FAS basiert auf Kameras hinter der Windschutzscheibe. Diese gewährleisten eine klare Sicht nach vorn, gleichzeitig schützt die Frontscheibe die sensiblen Hightech-Komponenten. Die Hersteller entwerfen insgesamt zunehmend komplexere Halterungen für die Frontscheiben, damit Elektronikteile wie Regensensoren, Spurhalte- oder Fernlichtassistenten integriert werden können. In einigen Modellen ist dieser Bereich geradezu vollgepackt mit Elektronik.

Wer zahlt aber für Schäden durch fehlerhafte Kalibrierung? “In der Praxis sind bei dieser recht neuen Rechtslage drei Szenarien bekannt: Empfiehlt eine Versicherung ihrem Versicherungsnehmer eine Werkstatt, ist sie für einen Schaden in der Regel nicht verantwortlich. Denn der Vertrag über die Reparatur wird zwischen Werkstatt und Autofahrer geschlossen. Eine Ausnahme gilt, wenn der Versicherer weiß, dass die von ihm empfohlene Werkstatt in ähnlichen Fällen bereits schlecht gearbeitet hat. Verantwortlich ist der Versicherer häufig auch, wenn er einen Vertrag mit der Werkstatt besitzt und den Autofahrer deshalb dorthin schickt”, sagt Klaus Müller.

“Versicherungsunternehmen profitieren bei der Kooperation mit dem Fahrzeugglasspezialisten von der zuverlässigen Abwicklung nach einheitlichen Standards”, sagt er. Denn man habe sich frühzeitig entsprechende Entwicklungen bei Fahrerassistenzsystemen vorbereitet.

“Wir sehen großes Marktpotenzial. In den nächsten fünf bis zehn Jahren will jeder zweite Konsument mindestens teilautonom fahrende Autos kaufen.” (ku)

Bildquelle: BMW

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