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Risiken der Self-Service-IT für Versicherer

24.04.2015 – Brodnik_MicrofinEin Beitrag von Branimir Brodnik von der Microfin-Unternehmensberatung.

Self-Service-IT ist für Versicherer ein ernstes Risiko. Wenn Fachabteilungen und Versicherungssparten selbständig externe IT-Services beziehen, kaufen sie in der Regel zu teuer ein.

Bislang haben sich die Sparten großer Versicherer und deren Fachabteilungen von der IT mit fertigen Lösungen bedienen lassen. In Zukunft sollen sie sich ihre Lösungen im Self-Service-Verfahren eigenständig konfektionieren und organisieren. Wenn dabei Outsourcing ins Spiel kommt, steht die IT-Governance auf der Probe.

Self-Service-IT ist im Prinzip nichts Neues: Fachabteilungen wie etwa Aktuariate oder das Marketing stellen sich aus einem Baukasten von Softwaremodulen die Lösung zusammen, die sie für ihre spezifischen Aufgaben brauchen. Dieser Baukasten wird von der zentralen IT zur Verfügung gestellt. Das Konzept kommt derzeit deutlich in Schwung, denn es entlastet speziell die IT von aufwendigen Anpassungsarbeiten und reduziert den Abstimmungsaufwand beim Aufbau von Fachlösungen.

Immer häufiger aber lernen die Fachabteilungen ihre neu gewonnene „Freiheit“ zu schätzen und unternehmen auch darüber hinaus Alleingänge in Sachen IT. Weil in der Regel kaum IT-Basis-Know-How in den Abteilungen vorhanden ist, liegt dann der Ausweg Outsourcing nahe. Dabei geht es weniger um Infrastrukturservices, sondern vorwiegend um Software-as-a-Service-Angebote, etwa im Bereich Customer Resource Management – natürlich immer öfter im Gewand der Cloud Services. Das kann ein guter Weg sein, wenn etwa eine Marketingabteilung direkt mit einem Lösungsprovider für Kampagnenmanagement kommuniziert.

Das große Aber liegt in der IT-Governance. Wenn nämlich die IT-Abteilung – und nur hier liegt in der Regel die Kompetenz im Umgang mit IT-Outsourcing – vollständig umgangen wird, steigen die operativen Risiken rapide und unkontrolliert. Plötzlich sind IT-Provider oder Application-Provider im Hause, von denen die IT nichts weiß und von deren Engagement sie erst nach Abschluss der Verträge erfährt. Das ist kein Kavaliersdelikt, denn die Folgen können erheblich sein.

Weniger geschäftskritisch, aber ebenfalls beachtenswert: Fachabteilungen haben kaum Erfahrungen mit Ausschreibungsprozessen und mit Verhandlungen zu Vertragsbedingungen und Konditionen. Die optimale Kombination von Preis und Leistung wird so nur zufällig erreichbar sein.

Bild: Branimir Brodnik, Geschäftsführender Gesellschafter der Microfin-Unternehmensberatung. (Quelle: Microfin)

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