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Rieß will Ergo zurück auf die Spur setzen

01.06.2016 – Markus Rieß wird heute erklären, wie er Ergo zurück auf die Spur bringen will. Digitalisierung, Vertrieb und neue Wege in der Internationalisierung nimmt der ehemalige Dresdner-Bank- und Allianz-Manager dabei in den Fokus. In diesem Jahr wird es aber noch nichts mit schwarzen Zahlen.

“We progress as one” schreibt die Munich Re auf ihren Quartalsbericht, was man getrost als ein Bekenntnis zum Verbleib von Ergo in der Gruppe deuten darf. Der Erstversicherungsarm der Munich Re soll das schwankungsanfällige Geschäft in der Rückversicherung ausgleichen. In der Realität ist Ergo im Konzern ein Lowperformer, im vergangenen Jahr machte die Nummer zwei der deutschen Erstversicherer sogar einen Verlust.

Seit seinem Amtsantritt am 16. September vergangenen Jahres hat Markus Rieß das alte Ergo-Management weitgehend durch Allianzer und Professionals von Cosmos Direkt und der Postbank ersetzt. Zudem hat er das Auslandsgeschäft unter die Lupe genommen und gehandelt. Die italienische Previdenza hat Rieß an Cinven verkauft, bei der indischen HDFC stockte er auf, in Thailand kaufte er zu.

Zudem will Rieß im Industriegeschäft international expandieren und eröffnet Büros in Österreich, den Niederlanden, Großbritannien, der Schweiz und zuletzt in Frankreich, die er mit Leuten von Konkurrenzunternehmen besetzt. Das Know-how, das Ansehen und nicht zuletzt das gute Rating der Munich Re versprechen gute Geschäftsaussichten. Das Problem ist die enorme Konkurrenz auf dem Industrieversicherungsmarkt, die durch die Ergo-Expansion nochmal verschärft wird.

Das alles kostet zunächst einmal Geld. Nach dem Vorjahresverlust von Ergo geht man in München derzeit davon aus, dass Düsseldorf auch in diesem Jahr rote Zahlen schreiben wird. Trotz guter Schadenlage machte sowohl die deutsche Schadenversicherung als auch das internationale Geschäft im ersten Quartal Verlust, in der Lebensversicherung sank der Gewinn von 52 auf 14 Mio. Euro.

“Ergo richtet sich konsequent an den Wünschen und Bedürfnissen ihrer Kunden und Vertriebspartner aus und will diese mit umfassenden, attraktiven und modernen Angeboten überzeugen”, heißt es im Geschäftsbericht der Munich Re. Das ist derzeit eher Herausforderung als wirklich gelebte Realität. (ba)

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