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Provinzial rechnet mit 25 Mio. Euro an Schäden

10.06.2016 – bilanzpk_provinzial_woMit guten Ergebnissen hat der Provinzial NordWest Versicherungskonzern (Münster) das Geschäftsjahr 2015 abgeschlossen. Die Beitragseinnahmen des zweitgrößten öffentlichen Versicherers in Deutschland erhöhten sich um 5,6 Prozent auf rund 4,1 (Vorjahr: 3,9) Mrd. Euro. Die Unwetter der letzten Wochen brachten 12.000 Schadensmeldungen und belasten den Versicherer mit rund 25 Mio. Euro.

In der Schaden- und Unfallversicherung wuchs der Konzern stärker als der Markt. Die verdienten Beitragseinnahmen stiegen um 3,4 Prozent auf 1,78 Mrd. Euro (Branche: 2,7 Prozent). Besonders positiv entwickelte sich das Kfz-Geschäft (plus 4,2 Prozent). In der Wohngebäudeversicherung stiegen die Beitragseinnahmen um 3,8 Prozent, in der Unfallversicherung um 2,6 Prozent.

“Ob in den Agenturen, Sparkassen oder im Maklergeschäft: Wir haben unsere Vertriebskraft auf die Straße gebracht und ein sehr erfolgreiches Neugeschäft erzielt“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Wolfgang Breuer, der seit Juni 2015 im Amt ist. Das Neugeschäft in der Schaden- und Unfallversicherung konnte um 8,3 Prozent gesteigert werden. Über alle Sparten hinweg hat der Provinzial NordWest Konzern insgesamt mehr als 9,6 Millionen Verträge im Bestand.

Für die rund 23 Mrd. Euro Kapitalanlagen wurde eine Nettoverzinsung von 4,6 Prozent erreicht. Aufgrund einer erstmalig vorgenommenen, freiwilligen Bildung einer latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung in der Lebensversicherung in Höhe von 44,4 Mio. Euro verringerte sich das Konzernergebnis vor Steuern zwar auf 173,0 (187,2) Mio. Euro, wäre aber ohne diesen Sondereffekt auf 217,3 Mio. Euro gestiegen. “Mit Blick auf die anhaltend schwierige Kapitalmarktsituation ein sehr respektables Jahresergebnis”, so Breuer.

Die Bruttoschadenaufwendungen im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gingen gegenüber dem sehr hohen Vorjahresniveau mit Pfingststurm Ela und Starkregenereignis Quintia um 6,4 Prozent auf 1,2 (1,3) Mrd. Euro zurück. Angesichts gesunkener Kosten und kräftig gestiegener Beitragseinnahmen reduzierte sich die Schaden-Kosten-Quote von 99,8 Prozent im Vorjahr auf 92,1 Prozent (Branche: rd. 96 Prozent).

Der Provinzial NordWest Konzern hat konzernweit 1.205 Flüchtlingsunterkünfte versichert. “Es gehört zu unserem Selbstverständnis als öffentlicher Versicherer, dass wir den Kommunen neben einem individuell ausgerichteten Versicherungsschutz auch eine umfassende Beratung, etwa zu Brandgefahren, anbieten und sie mit konkreten Maßnahmen unterstützen“, begründete Breuer das Engagement.

Die Beitragseinnahmen der Westfälischen Provinzial Versicherung AG stiegen um 3,5 Prozent auf 1,2 (1,1) Mrd. Euro. Erwirtschaftet wurde ein Jahresergebnis von 132,3 (122,6) Mio. Euro vor Steuern. Auch bei der Provinzial Nord Brandkasse AG entwickelte sich das Neugeschäft erfreulich. Die Prämieneinnahmen erhöhten sich um 2,5 Prozent auf 487,7 (475,7) Mio. Euro. Insbesondere mehrere Sturmereignisse in der ersten Jahreshälfte 2015 verursachten einen Anstieg der Schadenaufwendungen um 5,3 Prozent auf 345,6 (328,2) Mio. Euro.

Die Schaden-Kosten-Quote erreichte 96,8 (95,5) Prozent. Das Jahresergebnis ging auf 14,1 (46,4) Mio. Euro zurück. Bei der Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG kletterten die Beitragseinnahmen um 5,4 Prozent auf 115,3 (109,4) Mio. Euro. Das Geschäftsjahr war von einer außergewöhnlich hohen Schadenbelastung durch Sturm- und Großschäden geprägt, so dass sich die Schaden-Kosten-Quote auf 118,6 (97,7) Prozent erhöhte.

“Sehr dynamisch” entwickelte sich im vergangenen Geschäftsjahr das Lebensversicherungsgeschäft. Die Provinzial NordWest Lebensversicherung AG steigerte die Beiträge um 7,5 Prozent auf 2,3 (2,1) Mrd. Euro, bei einem Minus von 2,6 Prozent in der Branche. Treiber war das Versicherungsgeschäft gegen Einmalbeitrag, bei leichter Steigerung des Neugeschäfts gegen laufende Beiträge.

Auf großes Kundeninteresse stießen flexible Fonds- und Hybridversicherungen. Hier erhöhten sich die Beitragseinnahmen um 37,4 Prozent auf insgesamt 673,6 (490,3) Mio. Euro. Neu eingeführt wurde Mitte 2015 die KlassikRente mit einem innovativen Garantiekonzept. Das Vertrauen der Kunden spiegelt sich in einer niedrigen Stornoquote wider. Sie verringerte sich auf 3,8 (4,2) Prozent und lag damit erneut unter dem Marktdurchschnitt von 4,3 Prozent. Der Verwaltungskostensatz lag mit 1,5 (1,6) Prozent ebenfalls auf einem niedrigen Niveau. Im ersten Quartal 2016 legten die Beitragseinnahmen im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft nochmals um 3,4 Prozent zu. In der Lebensversicherung wuchs das Neugeschäft um 2,8 Prozent auf 267 (260) Mio. Euro.

Zum Jahresanfang startete das Strategieprogramm “NordWest 2018 – Stark für unsere Regionen”. “Als ersten Schritt haben wir sämtliche Vorstandsressorts konzernweit neu aufgestellt und das gesamte Vorstandsgremium von zehn auf sieben Mitglieder verkleinert”, berichtet Breuer. Ein gutes Stück vorangekommen ist der Konzern auf dem Weg der Digitalisierung. Seit Januar können Schäden komplett online gemeldet werden. Per Live-Chat klären Kunden ihre Fragen über die Homepages. Ein elektronisches Kundenportal befindet sich in der Pilotphase. (wo)

Bildquelle wo

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