Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Provinzial Nordwest will ins digitale Zeitalter

26.06.2015 – breuer_provinzalDer neue Provinzial-Chef Wolfgang Breuer hat ein Digitalisierungsprogramm gestartet. “Auf der Grundlage unseres bestehenden Geschäftsmodells und unter Wahrung der Ausrichtung als regional verankerter Serviceversicherer werden wir gemeinsam mit unseren Vertriebspartnern unseren Kunden neue Kommunikations- und Servicewege eröffnen”, kündigt Breuer an. Er will ein Kundenportal schaffen, das die Vertriebspartner gleichzeitig als virtuellen Verkaufsraum nutzen können.

Nach einem Jahr mit kräftigem Beitragswachstum wird das Geschäft in diesem Jahr schwächer verlaufen, glaubt man bei der Provinzial Nordwest. In der Schadenversicherung werden die Beitragseinnahmen nur noch um zwei Prozent zulegen, in der Lebensversicherung werden sie sogar sinken. Im vergangenen Jahr ist das Lebens-Neugeschäft um 42 Prozent nach oben geschnellt. Gefragt waren unter anderem Wiederanlageprodukte. Nachdem die Zinsen weiter gesunken waren, hat die Provinzial Nordwest aber den Verkauf der Produkte Westfalen Tresor, Provinzial Tresor und Generationen Depot Ende April eingestellt.

In der Lebensversicherung wollen die Nordwestdeutschen nicht ausschließen, dass sie die Übergangsregeln in Anspruch nehmen. Ende 2014 lag die Solvenzquote nach Solvency I bei 171 Prozent. Einen Rechnungszins von 3,1 Prozent müsse man erzielen, um die hohen Garantien in den Beständen zu finanzieren, heißt es im Geschäftsbericht der Provinzial Nordwest Leben. Bereits die Durchschnittsverzinsung liegt da drüber, konkret bei 3,5 Prozent.

Die Belastung durch die Zinszusatzreserve fällt höher aus, als man noch vor Jahresfrist angenommen hatte. 172,6 Mio. Euro legte man für die Absicherung von Altbeständen zurück, in diesem Jahr werden es wohl 200 Mio. Euro werden. Zur Finanzierung werden die Münsteraner in diesem Jahr Bewertungsreserven realisieren.

Trotz deutlich gestiegener Preise bleibt die Schadenlage in der Wohngebäudeversicherung schwierig. Quintia und Ela haben die Westfälische Provinzial mit 170 Mio. Euro belastet, das entsprach 19,3 Prozent aller Schadenzahlungen. Etwas besser lief es bei der Provinzial Nord, die 2013 noch stark unter Stürmen gelitten hatte. Im Januar haben Elon und Felix sowie Zoran im Norden für weitere Schäden gesorgt. (ba)

Bild: Wolfgang Breuer (Quelle: Provinzial)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten