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Provinzial: Eine Fusion, die Sinn machen würde

27.06.2016 – wolfgang_breuer_woBisher sorgten stets Großaktionäre mit ihren Gedankenspielen über Fusionsmöglichkeiten für Unruhe. Jetzt aber sollen die Vorstände das Heft in die Hand genommen haben. Sie werden als Urheber der an die Öffentlichkeit gedrungenen Überlegungen des “blitzartiges” Zusammengehen des Provinzial NordWest Konzerns mit Sitz in Münster und des Provinzial Rheinland Konzerns mit seiner Hauptverwaltung in Düsseldorf genannt.

Damit bekommt eine Aussage des 54-jährigen Vorstandschefs der Provinzial NordWest, Wolfgang Breuer- zuvor Vorstand der Württembergischen Versicherung AG und der Württembergischen Lebensversicherung AG – im Business-Magazin Versicherungswirtschaft 7/16, eine aktuelle Bedeutung: Er räumt ein, dass die Rahmenbedingungen, unter denen die Eigentümer der Provinzial arbeiten und wirtschaften, “komplex und herausfordernd” seien. Notwendige Veränderungen würden an den Grenzen des Geschäftsgebietes nicht haltmachen. Breuer wörtlich: “Insofern können wir vor den Realitäten nicht die Augen verschließen.”

Die Niedrigzinsphase kostete den Versicherer jedes Jahr rund 80 Mio. Euro Ertragspotenzial. Hinzu kämen hohe Investitionen in die Digitalisierung, weil davon nicht nur die IT betroffen sei, sondern auch Produkte, Vertriebe und Verwaltung. Um das alles zu bündeln wurde das konzernweite Programm “NordWest 2018 – Stark für unsere Regionen” aufgesetzt.

Auch die Provinzial Rheinland hat ein auf drei Jahre angelegtes Zukunftsprojekt “Plan P” gestartet. “Damit werden wir vor allem auf die weiter zunehmende Digitalisierung und das sich ändernde Kundenverhalten eingehen”, schreibt Vorstandschef Walter Tesarczyk (60), seit dem 1. Januar 2013 Vorstandsvorsitzender – zuvor Vorstand bei der Allianz – im Geschäftsbericht 2015.

Beste Voraussetzungen also für mehr? – Eine Fusion würde durchaus Sinn machen, weil beide Konzerne in sich ergänzenden, recht genau abgegrenzten Regionen tätig sind. NordWest steht für Westfalen-Lippe, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg, während Rheinland sich auf das restliche Nordrhein-Westfalen, vor allem die Großbereiche Köln und Düsseldorf, den Landschaftsverband Rheinland, Rheinland-Pfalz sowie auf die Lippische Landesbrandversicherungsanstalt (Detmold) konzentriert.

Zusammen erreichen die beiden zum Sparkassenverbund gehörenden Gruppen Beitragseinnahmen von insgesamt rund 6,8 Mrd. Euro sowie Kapitalanlagen von 40 Mrd. Euro. Sie würden mit insgesamt ca. 16 Millionen Verträgen damit in den Olymp der größten deutschen Versicherungskonzerne aufsteigen. Ganz zu schweigen von möglichen Synergieeffekten, die den Druck auf die Kosten mildern helfen  würden. Für beide Probanden arbeiten über 5.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (NordWest: 3165, Rheinland 2640). Man darf auf weitere News aus beiden Häusern gespannt sein. (wo)

Bild: Wolfgang Breuer, Vorstandschef der Provinzial NordWest (Quelle: Provinzial NordWest)

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