Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Private Vermögen steigen auf neuen Rekordwert

30.09.2015 – Heise_AllianzDie Netto-Geldvermögen der privaten Haushalte sind weltweit im vergangenen Jahr auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Wie die Allianz am gestrigen Dienstag in der aktuellen Ausgabe ihres “Global Wealth Reports” mitteilte, stiegen die Vermögenswerte um 7,1 Prozent auf 135,70 Bio. Euro. Damit übertreffe das private Vermögen weltweit den Wert aller börsennotierten Unternehmen sowie sämtlicher Staatsschulden.

“Viele Beobachter werden diese Zahl als Beleg für die viel beschworene Ersparnisflut interpretieren”, sagt Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz, bei der Vorstellung des Reports. Allerdings sei dies die “falsche Perspektive. Viel zu viele Haushalte sparen angesichts der sehr niedrigen Zinsen immer noch zu wenig, um ihre Altersversorgung abzusichern”.

Die Politik solle “daher nicht versuchen, Ersparnis zurückzudrängen, sondern Möglichkeiten und Anreize für eine steigende Kapitalnachfrage schaffen”, ergänzt Heise. Dabei seien die Investitionsmöglichkeiten vielfältig: “die Stichworte heißen Klimawandel, Armut und Migration, Digitalisierung und Infrastruktur”, betont der Allianz-Chefvolkswirt.

Allerdings sind die Vermögenswerte weltweit noch sehr ungleich verteilt. “Durchschnittlich entfallen in den von uns untersuchten 53 Ländern auf die ärmere Bevölkerungshälfte nur etwa fünf Prozent der Vermögenswerte”, so Heise. Auch das regionale Vermögenswachstum war nach Angaben der Allianz sehr unterschiedlich. So entfielen auf die Region Asien – mit Ausnahme Japans – rund 16 Prozent des weltweiten Geldvermögens. Dabei hat China erstmals Japan beim gesamten Brutto-Geldvermögen überholt.

“Die Vermögensentwicklung in Asien, insbesondere in China, verlief in den letzten Jahren wirklich äußerst positiv”, kommentiert Heise die Entwicklung” „Eine Wachstumsverlangsamung, wie wir sie derzeit erleben, ist nicht beunruhigend.” Der Aufholprozess Chinas sei damit allerdings noch nicht zu Ende: “China ist heute ein anderes, viel wohlhabenderes Land als noch vor fünf oder zehn Jahren. Die positiven Wachstumsimpulse, die von dort auf unsere Wirtschaft und Finanzmärkte ausgehen, sind daher immer noch gewaltig”, erklärt Heise.

In Deutschland betrug der Anstieg des privaten Brutto-Geldvermögen im vergangenen Jahr 4,2 Prozent. “Angesichts der immer noch höchsten Sparquote in Europa ist diese Entwicklung eher enttäuschend”, kommentiert Heise. Dies belege, dass die deutschen Haushalte beim Sparen weiterhin risikoscheu seien. Dennoch stiegen die privaten Geldvermögen in Deutschland nach Angaben der Bundesbank bis Ende 2014 auf 5,072 Bio. Euro. Im ersten Quartal 2015 stiegen die Privatvermögen der Deutschen weiter auf 5,212 Bio. Euro.

Ingesamt belegt Deutschland Ende 2014 mit einem Netto-Geldvermögen von 44.770 Euro pro Kopf nur den 18. Platz. Spitzenreiter im Ranking der Top 20 ist weiterhin die Schweiz mit einem Netto-Geldvermögen pro Kopf von 157.450 Euro, gefolgt von den USA mit 138.710 Euro auf Platz zwei und Großbritannien mit 86.230 Euro auf dem dritten Rang. (vwh/td)

Link: Der vollständige Allianz Global Wealth Report 2015 (PDF)

Bild: Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz (Quelle: Allianz)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten