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Paukenschlag bei der Ergo: Oletzky geht – Rieß kommt

27.04.2015 – oletzky_ergoEs ist eine der spektakulärsten personellen Veränderungen in der deutschen Versicherungswirtschaft in diesem Jahr: Ergo-Vorstandschef Torsten Oletzky räumt zum Jahresende “auf eigenen Wunsch aus persönlichen Gründen und im besten Einvernehmen” seinen Posten. Die Nachfolge tritt zum 1. Oktober 2015 der bisherige Chef der Allianz Deutschland, Markus Rieß, an, der gleichzeitig auch in den Vorstand von Munich Re berufen wird.

Oletzky wurde 2004 in den Vorstand berufen und übernahm 2008 dessen Vorsitz. Ergo und Munich Re, Rivalen der Allianz, befinden sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit Rieß, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Der Deal soll am 9. Juni von den Aufsichtsräten beider Gesellschaften abgesegnet werden. Rieß hat wohl seinen Arbeitgeber recht kurzfristig vor vollendete Tatsachen gestellt, wollen Insider wissen.

Nikolaus von Bomhard, Aufsichtsratsvorsitender der Ergo und Vorstandsvorchef der Munich Re, sagte zu der geplanten Personalveränderung: “Torsten Oletzky hat sich in seiner Amtszeit für Ergo bleibende Verdienste erworben. Die operative Zusammenführung vormals sehr eigenständiger Unternehmen unter der einheitlichen Marke ‘Ergo’ zeigt schon heute nachhaltig Erfolg”.

Mit Markus Rieß erhält die Ergo einen Nachfolger im Vorstandsvorsitz, der seine Managementfähigkeiten in der Leitung des Marktführers in Deutschland in beeindruckender Weise unter Beweis gestellt hat. Die Zeit ist gekommen, das Zusammenwachsen der verschiedenen Geschäftsfelder von Munich Re nun auch durch eine Präsenz der Ergo im Vorstand der Muttergesellschaft abzubilden.”

Zwar habe sich Rieß an der Spitze der Allianz Deutschland bewährt, heißt es, indem er die Sparten auf Linie gebracht und die Digitalisierung vorangetrieben habe. Dadurch sei der schwer steuerbare Tanker wieder flott gemacht worden. Dabei gelang ihm auch das Kunststück, die sensiblen Vertriebe bei Laune zu halten. Aber weiter an die Konzernspitze wurde er für diese Erfolge nicht befördert.

Stattdessen übernimmt Oliver Bläte als neuer Allianz-Chef das Ruder von Michael Diekmann bei dem weltgrößten Versicherungskonzern. Rieß sollte nicht einmal in den Vorstand aufrücken. Er führte seit Mitte 2010 die Deutschlandtochter. Es heißt, dass bereits am vergangenen Freitag sein letzter Arbeitstag war.

Der zusätzliche Einzug von Rieß in den Vorstand der Münchener Rück gilt in Branchenkreisen als Signal für möglicherweise weitere Weihen. Dies war Oletzky verwehrt, der zwar den Umbau der Ergo Gruppe erfolgreich abgeschlossen hat, aber in seine Zeit fällt der schwere Imageschaden durch Lustreisen von Vermittlern nach Budapest. Oletzky verantwortet auch die gewollte Abschaffung der Kultmarken Hamburg Mannheimer und Victoria.

Nachfolger von Rieß soll mit sofortiger Wirkung Manfred Knof werden, der seit rund einem Jahr als CEO das Geschäft in Mittel- und Osteuropa führt. Der 49-jährige, seit 20 Jahren in der Allianz tätig, war ab 2012 Vorstandsmitglied der Allianz Deutschland für das Ressort Betrieb und Schaden, von 2006 bis 2011 Vorsitzender der Geschäftsleitung der Allianz Suisse. (wo)

Bild: Torsten Oletzky scheidet zum Jahresende bei der Ergo aus. (Quelle: Ergo)

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