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Oliver Brüss: “In der BU sollten acht Berufsgruppen reichen”

15.04.2015 – dialog_bruess_kaspar_150Die Dialog Lebensversicherungs-AG meldet für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Anstieg des Jahresergebnisses von neun auf 15 Mio. Euro (plus 66,7 Prozent). Dank starkem Neugeschäft konnte der Spezialanbieter für biometrische Risiken fast alle Kennzahlen verbessern: Das Neugeschäft stieg auf 28,7 Mio. Euro (plus 5,9 Prozent), die gebuchten Bruttobeiträge wuchsen in 2014 um 4,9 Prozent. Sorgen im großen Generali-Mutterkonzern als Marke aufzugehen hat Vorstandssprecher Oliver Brüß nicht, man sei in einer sehr attraktiven Nische unterwegs, so Brüß gegenüber VWheute.

Auf die Frage, wo in der von Biometrie getriebenen Segmentierung die versicherungstechnischen Grenzen in den Nischen Risikoleben, Berufs- und Erwerbsunfähigkeits- sowie Pflegerentenversicherungen erreicht werden, sagte Oliver Brüß, seit Anfang Oktober 2014 Sprecher des Vorstandes der Dialog:

“Eine stärkere Segmentierung führt natürlich immer dazu, dass sie immer individuellere und bedarfsgerechtere Angebote unterbreiten können. Das ist für den Kunden häufig gut und sinnvoll wenn es billiger wird, aber für Kunden die schlechtere Risiken abbilden kann es relativ teuer werden. Unterm Strich führt es das Versicherungsprinzip ad absurdum. Versicherungsprinzip, das habe ich in der Ausbildung gelernt, ist die gegenseitige Abdeckung zahlreicher und artgleicher Risiken. Das Thema zahlreich und gleichartig kommt natürlich stark unter Druck, je stärke ich segmentiere. Und ich glaube, da ist insbesondere im Bereich der BU mittlerweile ein Punkt erreicht, wo man sagen könnte, mehr darf es eigentlich nicht werden. Wir reden in der Regel über acht Berufsgruppen im Wettbewerb, mittlerweile auch bei uns. Wir mussten nachziehen, weil wir insbesondere in Berufsgruppen wo andere jetzt wesentlich billiger geworden sind eine schlechtere Wettbewerbsposition hatten und man Gefahr läuft, wenn man weniger Berufsgruppen als der Wettbewerb anbietet, nur die schlechten Risiken zu bekommen. Unterm Strich sage ich aber, mit acht Berufsgruppen ist Schluss. Wenn es dann tiefer geht, wird es sehr, sehr kleinteilig.”

Eine andere Situation konstatiert Brüß im Bereich der Risikolebensversicherung wo nicht nach Berufsgruppen segmentiert werde. Mit Blick auf die Dialog als Maklerversicherer sagte Brüß: “Für unser Produktangebot versuchen wir es einfach zu halten, denn auch in der Vermittlung und in der Beratung wird es immer schwieriger, je komplizierter ich da mit Berufsgruppen bin und erklärungsbedürftiger, denn Berufsgruppen sind nicht immer gleich Berufsgruppen. Da gibt es teilweise sehr, sehr viele Unterschiede auch zwischen den einzelnen Versicherungsunternehmen, das macht es für den Berater häufig kompliziert. Wir wollen einfach sein und im Bereich Risikolebensversicherung bekommen wir dass hin. Im Bereich BU mussten wir uns aber dem Markt beugen.” (vwh)

Bild: Oliver Brüß, Vorstandssprecher der Dialog Lebensversicherungs-AG. (Quelle: AK)

Links: Vorstandssprecher Oliver Brüß präsentiert die Bilanzzahlen für 2014 auf VWheuteTV, Strategie der Dialog Lebensversicherungs-AG auf VWheuteTV.

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