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Öffentliche Versicherung erzielt Plus bei Gewinn und Umsatz

01.06.2015 – Gebaeude Oeffentliche BraunschweigDie Öffentliche Versicherung Braunschweig mit den Sparten Sach und Leben ist zwar wie die gesamte Branche in “unruhigem Fahrwasser”, bewies sich jedoch im Geschäftsjahr 2014 nicht nur als wachstumsstark, sondern auch als ertragsstark. Wie Vorstandschef Michael Doering bei der Vorlage der Bilanz hervorhob, fiel der Gewinn der Gruppe mit 26 Mio. Euro (Vorjahr: 24 Mio.) um rund zehn Mio. Euro höher aus als erwartet.

Dazu hat nicht nur das im Vergleich zum Markt doppelt so hohe Wachstum der Beitragseinnahmen beigetragen. Dank des hohen Aktienanteils an den Kapitalanlagen wurde ein wie es heißt erneut “exzellentes” Kapitalanlageergebnis erzielt. Hinzu kommt, dass sich der versicherungstechnische Verlust in der Sachversicherung im Vergleich zum hagelbedingten Rekordschadenjahr 2013 auf 14,7 Mio. Euro (Vorjahr: 20,8 Mio.) veringert hat.

Ein Teil des Gewinns floss in die Stärkung des Eigenkapitals, das jetzt mit insgesamt 308,7 Mio. Euro zu Buche steht. Mit diesem starken Polster sieht sich Doering für Solvency II gut vorbereitet. Kritik übte der Vorstandschef an den vom Gesetzgeber verlangten hohen Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen von weiteren 17,1 Mio. Euro, die versteuert werden müssen und das Ergebnis belasten. Er forderte daher wie andere Unternehmen Bilanzerleichterung oder eine Reduzierung des steuerlichen Zinssatzes von derzeit sechs Prozent.

Im vergangenen Jahr stiegen die Beitragseinnahmen der Gruppe um 7,8 Prozent auf 467,3 Mio. Euro.. Dazu steuerte Komposit 253,3 Mio. Euro (Vorjahr: +4,9 Prozent) und Leben 208,4 (Vorjahr: +11,9 Prozent) bei Die Kapitalanlagen von insgesamt 2,39 Mrd. (Vorjahr: 2,24 Mrd.) Euro erbrachten eine Nettoverzinsung von 5,7 Prozent (Vorjahr: 5,5 Prozent) bei der Sachsparte und von 4,5 Prozent (Vorjahr: 4,3 Prozent) in der Lebensversicherung.

Das Wachstum in der Sachversicherung wird vor allem durch die Kfz-Sparte bestimmt, bei der die Öffentliche mit 43% Marktführer im Braunschweiger Land ist. Deutliche Zuwächse gab es auch in der Wohngebäudeversicherung. In beiden Sparten trugen dazu neuerliche Prämienerhöhungen bei, die in der Kfz-Sparte erstmals seit Jahren die Combined Ratio auf unter 100% drückten. Insgesamt lag allerdings die Schaden-/Kostenquote in der Sachversicherung mit 106,4 Prozent (Vorjahr: 113,7) noch immer im roten Bereich. Der Grund: Auch 2014 gab es überdurchschnittlich viele Hagelschäden, und in diesem Jahr verursachten Stürme bereits 11.000 Schadenfälle.

Bei der Lebensversicherung wächst die Öffentliche vor allem durch das erneut stark ausgeweitete Einmalbeitragsgeschäft. Es stieg auf 128,6 Mio. Euro (+23,3 Prozent) während die laufenden Beiträge weiter auf 76,9 Mio. Euro (-2,3 Prozent) abschmolzen. “Wir können uns das leisten”, meinte der Vorstand zu dem starken Einmalbeitragsgeschäft. Die Zinszusatzreserve, die mit 12,5 Mio. Euro dotiert wurde, konnte ohne Auflösung von Kapitalbeständen aus eigener Kraft finanziert werden.

Für das laufende Jahr wird in der Sachversicherung ein Rückgang der Beitragseinnahmen um 4% erwartet. Hintergrund ist die Trennung von defizitären Beständen in der Auto- und Industrieversicherung. Verbesserungen erhofft sich der Vorstand daher vom versicherungstechnischen Ergebnis. Dies sei angesichts der Niedrigzinsen, an deren baldiges Ende er nicht glaubt, dringend notwendig. (cs)

Bildquelle: Öffentliche Braunschweig

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