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Nur wenige können “auf allen Hochzeiten tanzen”

29.11.2016 – thomas_niemoeller_provinzialVon Thomas Niemöller. Die Versicherungsbranche benötigt Lösungen für drängende Probleme. Dauerhaft niedrige Zinsen, veränderte Kundenerwartungen, neue Player im Markt, die demographische Entwicklung und nicht zuletzt ein Zuwachs regulatorischer Anforderungen erzwingen umfassende Aktivitäten der Versicherer.

Die drängenden Herausforderungen schlagen direkt durch in die IT-Bereiche der Branche. Ist die IT im Unternehmen gut positioniert, wird sie als Partner verstanden und als Problemlöser dringend benötigt. Die Planungsbücher der IT sind voll mit guten Ideen zur Problemlösung. Darunter sind alte Bekannte wie z.B. Automatisierungsmaßnahmen oder die Beseitigung von Medienbrüchen. Aber auch neue Anforderungen müssen von den IT-Bereichen der Versicherer bewältigt werden.

Strategiewechsel in Produktportfolien müssen umgesetzt, umfassende digitale Lösungen für Kunden und Vertrieb und neue Schnittstellen mit zusätzlichen Partnern realisiert werden. Der Zeitdruck ist groß, agile Methoden und modernste Technik sollen helfen. Gleichzeitig verfügen die Versicherer über gereifte IT-Systeme, erfahrene Mitarbeiter und viel Komplexität. Schnell zu sein ist daher schwierig – und die Risiken von umfassenden IT-Umsetzungen sind nach wie vor zu managen.

Was ist in den IT-Bereichen der Versicherer zu tun? Zwei Dinge werden benötigt: Ein analytischer Blick auf die eigene Situation und klare Prioritäten, was erforderlich ist und was nicht. Nur wenige Häuser können es sich leisten, “auf allen Hochzeiten zu tanzen”. Alle anderen müssen für sich angemessene Perspektiven erarbeiten. Jeder muss entscheiden, wie viel Kontinuität, Innovation und Disruption im Geschäftsmodell und in den IT-Lösungen für ihn möglich und notwendig ist.

Ist diese Perspektive erarbeitet, werden in der Umsetzung klassische IT-Management-Tugenden benötigt, um die einhergehenden Risiken zu beherrschen. Kontinuität und Stabilität sind dabei wichtige Faktoren. Bewährte und etablierte Systeme sollten nicht ohne Not ausgetauscht werden. Es kann durchaus auch die Etablierung weniger Services für relevante neue Geschäftsprozesse ausreichen.

Ist ein kompletter Austausch erforderlich, sollte dieser konsequent zur Modernisierung genutzt werden: in den Prozessen, in der IT und im Aufbau neuer Skills und Mitarbeiter. Dadurch werden Innovationen innerhalb bestehender Geschäftsmodelle ermöglicht. Diese müssen konsequent genutzt werden. Disruption bedeutet, Neues zu probieren. Auf der Kostenseite ist dies mit Risiken verbunden. Empfehlenswert ist hier die Zusammenarbeit mit agilen Partnern. In diesen Partnerschaften können wichtige Erfahrungen für zukünftige Herausforderungen gesammelt werden.

Klare Zielsetzungen, kundenorientierte Prozesse und die IT sind für die Versicherungsbranche wichtiger denn je. Es werden nicht alle den gleichen Weg einschlagen können oder wollen. Es bleibt spannend, wer welchen Erfolg hat – und wie sich mit Blick auf die Kapitalmärkte die Zinsen entwickeln.

Bild: Thomas Niemöller, Vorstand IT und Betriebsorganisation der Provinzial NordWest, referiert heute auf dem Messekongress “IT für Versicherungen” über das Thema “Kontinuität, Innovation und Disruption in der Versicherungs-IT”. (Quelle: Provinzial)

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