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Noch ein Superjahr für die VHV

18.12.2015 – uwe_reuter_vwhDie VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung wird nach dem Rekordjahr 2014 mit einem Konzernüberschuss von 103,8 Mio. Euro auch in diesem Jahr entgegen den Planungen ein Ergebnis im Bereich des Vorjahreswertes erzielen. Vorstandschef Uwe H. Reuter nannte in seinem Jahresüberblick als Erfolgsfaktoren das sich wiederholende Wetterglück mit nur wenigen Elementar- und Hagelschäden sowie die überdurchschnittliche Profitabilität.

Dies zahlt sich auch für die Mitarbeiter aus, die voraussichtlich mit 2,3 Bruttomonatsgehältern erneut eine Erfolgsbeteiligung von mehr als zwei Gehältern erhalten werden. Außerdem wurden nochmals rund 100 neue Vollarbeitsplätze geschaffen.

Während im Kompositbereich die Zahl der Verträge (+ vier Prozent) sowie die Beiträge (+2,8 Prozent) zulegen, weist die Lebenssparte bei “stabilen” Beiträgen nur ein geringes Stückzahlplus (ein Prozent) auf. Insgesamt erwartet Reuter konzernweit ein Beitragsvolumen von gut 2,7 Mrd. Euro. In der starken Kfz-Sparte konnte die Schaden-Kosten-Quote weiter auf rund 90 Prozent (Vorjahr: 95,1) gedrückt werden und liegt damit für Punkte besser als der Markt.

Der Direktversicherer Hannoversche Leben (HL), auf die die VHV Leben in diesem Jahr verschmolzen wurde, befindet sich laut Reuter im Gegensatz zu anderen Lebensversicherungen in guter Verfassung. “Sie ist kein Ballast.” Dies ist der frühzeitigen Abkehr von Sparprodukten hin zu Risikolebensversicherungen zu danken, bei denen die HL seit drei Jahren im Neugeschäft Marktführer ist.

Das Kapitalanlageergebnis fällt 2015 wegen des Zinstiefs zwar schlechter aus, ist aber “immer noch gut”. Während die Konkurrenz den Angaben zufolge aufgrund von Verkäufen zum Teil eine deutlich bessere Nettorendite aufweist, hat die VHV weitgehend an ihren Anlagen festgehalten und nur wenig stille Reserven aufgelöst. Dies führt auch dazu, dass die HL ihre Kunden noch immer an Bewertungsreserven beteiligt. Deutlich höher dotiert wird mit 100 Mio. Euro in diesem Jahr auch die Zinszusatzreserve. Die bei Solvency II vorgesehene Übergangsregelung braucht die VHV nicht, wie betont wird. Der Sicherungsbedarf sei gedeckt. Gekürzt wird aber auch bei der HL die Überschussbeteiligung, und zwar von zuletzt 3,00 auf 2,75 Prozent. Mit Schlussdividenden kommen die Kunden auf 3,6 nach 3,8 Prozent.

Als Grund für die Übertragung der VHV Leben auf die HL wurden die hohen regulatorischen Riskoaufwendungen genannt. Dadurch seien zwei Risikoträger nicht mehr gerechtfertigt. Die Marke VHV, die sich ausschließlich in der betrieblichen Altervorsirge der Bauwirtschaft engagiert hat, bleibt erhalten. Die VHV mit ihrer insgesamt starken Stellung im Bereich Bauwirtschaft will dort weiter mit der Sparte Leben präsent sein, um der Konkurrenz kein Einfallstor in die mit einer Schaden-Kosten-Quote von mitte 40 Prozent sehr profitablen Kautionsversicherung zu bieten.

Für die Zukunft dämpfte Reuter die Hochstimmung. Die Kosten würden deutlich steigen und die Einnahmen tendenziell sinken. Dies gilt insbesondere für die Kapitalerträge. Daher will die VHV die Kostenführerschaft fest im Blick behalten. Denn sie ist laut Reuter die Voraussetzung, überhaupt in die Zukunft investieren zu können. Hohe Investitionen erfordert vor allem die Digitalisierung in der Versicherungsbranche. Abläufe und Geschäftsmodelle würden sich dadurch massiv verändern. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, wird laut Reuter 2016 daher das Jahr des “Aufbruchs in die Digitalisierung”. (cs)

Bild: Uwe H. Reuter, Vorstandsvorsitzender der VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung (Quelle: VHV)

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