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Moderates Jahr für die Concordia

14.04.2016 – Die Concordia Versicherungen in Hannover sind im Geschäftsjahr 2015 wieder in ruhigeres Fahrwasser geraten. So hat sich das Wachstum mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 823,9 Mio. Euro Beitragseinnahmen im Konzern fortgesetzt. Das Jahresergebnis wird mit 17,2 Mio. Euro (2014: 78,4) ausgewiesen. Durch Verkäufe von E+S-Anteilen waren der Concordia im Vorjahr 54,3 Mio. Euro zugeflossen. Auch ohne diesen Sonderertrag hat sich der Gewinn jedoch weiter verringert.

Dies hatte Vorstandschef Heiner Feldhaus  angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase erwartet. In “moderatem” Umfang mussten diesmal auch stille Reserven aufgelöst werden, weil die Kapitalanlagen immer weniger abwerfen. Die Kapitalerträge beliefen sich auf 116,6 Mio. Euro (174,1), Die Nettoverzinsung lag bei 3,6 Prozent (2014: 5,7 Prozent) und damit laut Feldhaus auf einem durchaus noch zufriedenstellenden Niveau. Bei erhöhten Schadenbelastungen stieg die Schaden-/Kostenquote im Konzern auf 89,9 Prozent (2014: 88,5 Prozent).

Die Muttergesellschaft, die das Kompositgeschäft betreibt, erzielte 2015 Beitragseinnahmen in Höhe von 407,9 Mio. Euro. Zu dem “erfreulichen” Wachstum von 2,3 Prozent trugen fast alle Sparten bei. Zufrieden zeigte sich Feldhaus mit dem moderaten Wachstum auch in der Kfz-Versicherung. Gute Ergebnisse lieferten insbesondere die Haftpflicht-, Feuer- und Verbundene Hausratversicherung, während die Verbundene Wohngebäudeversicherung weiter mit Verlust arbeitet. Frühjahrsstürme sowie einige größere Feuer- und Ereignisschäden trieben die Bruttoschadenquote auf 65,2 Prozent (2014: 59,2 Prozent). Diese erreichte das Niveau normaler Schadenjahre. In der Folge verschlechterte sich die Schaden-/Kostenquote der Mutter auf 96,0 Prozent (2014: 90,0 Prozent). Das versicherungstechnische Ergebnis auf eigene Rechnung schloss mit 14,1 Mio. Euro und damit nur knapp unter dem sehr guten Vorjahreswert mit 15,0 Mio. Euro.

Bei der Concordia oeco Lebensversicherung wurde ein Beitragsrückgang von 3,0 Prozent auf 178,7 Mio. Euro verbucht. Grund für das Minus war das deutlich rückläufige Geschäft mit Einmalbeiträgen, während bei den laufenden Beiträgen noch ein stattliches Plus von 1,7 Prozent verzeichnet wurde. Der Zinszusatzreserve mussten 26,7 Mio. Euro (2014: 19,9 Mio.) zugeführt werden. Zu ihrer Dotierung bis 2020/21 muss die Concordia weitere stille Reserven auflösen, erklärte Feldhaus. Bei der Produktpalette dominieren mit 70 Prozent nach wie vor Garantie-Produkte, wobei die Überschussbeteiligung allerdings fondsgebunden ist. 30 Prozent entfallen auf fondsgebundene Altersvorsorgeprodukte. Der Vorstand bezeichnete Fondspolicen zwar angesichts der Kosten als nicht sonderlich günstig , sie seien jedoch “alternativlos” für die Kunden.

Die Concordia Rechtsschutz, die in diesem Jahr auf die Muttergesellschaft verschmolzen wird, wuchs mit einem Plus von 2,3 Prozent auf 90,5 Mio. Euro. Fest im Blick hat Feldhaus schon die 100-Millionen-Marke. Das versicherungstechnische Ergebnis hat sich dank gesunkener Schadenquote leicht verbessert, blieb aber negativ. Deutlich über Marktdurchschnitt wuchs die Concordia Kranken. Sie legte bei den Beitragseinnahmen 4,7 Prozent auf 50,2 Mio. Euro zu. Gegen den Markttrend stieg die Zahl der Vollversicherten (+4,2 Prozent).

Die Absenkung des Rechnungszinses infolge der Niedrigzinspolitik der EZB geht nun sukzessive in die Beitragsrechnung ein, d.h. die Concordia Kranken hat einige Tarife in der Krankenversicherung angehoben. Bei den polnischen Tochtergesellschaften konnte bei der Lebensversicherung erneut ein Gewinn erzielt werden, während die Sachversicherung nach einem Gewinn im Vorjahr mit einem Verlust abschloss. Bei den polnischen Gesellschaften, die derzeit restrukturiert werden, denkt Feldhaus mittelfristig durchaus an einen Verkauf.

Für das laufende Jahr gibt sich der Vorstandschef zuversichtlich. Es sei im ersten Quartal ein schönes Wachstum erzielt worden, leichte Verluste wurden in der Kfz-Versicherung verbucht, die aber durch Wachstum in den übrigen Sparten mehr als ausgeglichen wurden. Die Schadenquote sank dank des guten Wetters auf 58,7 Prozent. In der Lebensversicherung hat sich das Neugeschäft deutlich belebt, die Beitragseinnahmen liegen jedoch im Minus. (cs)

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